"Ein bissl wie eine Wiedergeburt": Helmut Zilk verließ Spital für ersten Stadtspaziergang
- Phase nach dem Tiefschlaf war für ihn sehr belastend
- Vom Sterben hielt ihn nur Ehefrau Dagmar Koller ab

Der Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk hat nach 105 Tagen zum ersten Mal das Krankenhaus verlassen dürfen. "Ich hab mich direttissimo in die Stadt fahren lassen. Die Wohnung in der Naglergasse war mir ganz fremd, und doch war's irgendwie so heimelig. Die Dagi hat geweint. Für mich war's ein bissel wie eine Wiedergeburt. Dieses schöne Gefühl, zu Hause zu sein", sagte Zilk.
Die Phase des Zurückholens aus dem künstlichen Tiefschlaf bezeichnete Zilk im "Kurier" als "belastender als alles andere". "Alles Hässliche, Schreckhafte habe ich in diesen Momenten noch einmal erlebt. Die Erinnerung, als 1945 die Russen kamen und mit meinem Vater über die Uhr verhandelt haben, kam plötzlich zurück. Ich hab das hautnah gespürt."
Vom Sterben habe ihn nur seine Ehefrau Dagmar Koller abgehalten. "Sie ist der einzige Inhalt meines Lebens. Ich will sie nicht allein lassen." (apa/red)
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