Muslime besorgt über Klima in Österreich: Islam soll nicht als Problem gesehen werden
- Missbrauch der Integration im Wahlkampf befürchtet
- Kritik an Prokop: Sorgfältige Wortwahl sehr wichtig
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Besorgt über das gesellschaftliche Klima in Österreich haben sich die großen muslimischen Vereine bei einer Zusammenkunft gezeigt, zu der die Islamische Glaubensgemeinschaft eingeladen hatte. Sie warnten davor, die Frage der Integration als Wahlkampf-Thema zu missbrauchen und appellierten, den Islam nicht als "Problem" und noch weniger unter dem Gesichtspunkt der Sicherheitsfrage zu behandeln.
Es sei übereinstimmend die Sorge geäußert worden, dass sich die verkürzte und dramatisierende Formel von der angeblichen "Integrationsunwilligkeit" eines großen Teils der Muslime negativ auf das gesellschaftliche Klima auswirken könnte, hieß es in einer Aussendung der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Die nähere Betrachtung der vom Innenministerium in Auftrag gegebenen Studie erlaube diese Schlussfolgerung nicht.
In Zeiten wachsender Islamfeindlichkeit und einer Abwehrhaltung gegen Muslime sei eine sorgfältige Wortwahl besonders wichtig, heißt es weiter in der Stellungnahme - ohne Innenministerin Propkop beim Namen zu nennen. Denn Auswirkungen würden durch ein Ansteigen von Alltagsrassismus rasch spürbar. Das Anliegen der Integration dürfe auch nicht als Wahlkampfthema missbraucht werden, appellierten die muslimischen Vereine. Es sei bedenklich, wenn die Einhaltung von Gebet, der Besuch einer Moschee oder das Tragen islamischer Kleidung als "integrationsunwillig" ausgelegt werde.
Eine Untersuchung der Universität Wien kam indes zu anderen Ergebnissen als die vom Innenministerium initiierte Moslem-Studie. Laut der Soziologin Hilde Weiss ist bei rund 80 Prozent der Zuwanderer in der zweiten Generation eine Integrationsbereitschaft vorhanden, berichtete das Radio-"Mittagsjournal". Eine Folgestudie weise sieben bis acht Prozent der Muslime aus, die aus religiösen Gründen Schwierigkeiten mit der Integration haben.
(apa)
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