Samstag, 27. Mai 2006

Frontal-Crash von zwei Sattelschleppern: Toter bei schwerem Unfall im Tauerntunnel

  • Lenker nach Aufprall auf Fahrbahn geschleudert

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Sattelschlepper im Tauerntunnel in Salzburg wurde am Freitagabend ein 65-jähriger Grieche getötet. Der Mann war aus unbekannter Ursache mit seinem Schwerfahrzeug auf die Gegenfahrbahn geraten. Der Autobahntunnel war sechs Stunden lang gesperrt. Nach Angaben eines Sachverständigen war es ein Glück, dass es zu keiner Katastrophe gekommen ist.

Der 65-jährige Grieche war gegen 20.40 Uhr mit dem in Deutschland zugelassenen Sattelzug auf der Tauernautobahn (A10) Richtung Kärnten unterwegs, als er mit seinem Fahrzeug im Tauerntunnel auf die Gegenfahrbahn geriet. Ein 46-jähriger Kärntner, der mit einem Schwerfahrzeug Richtung Salzburg fuhr, versuchte noch zu bremsen und auszuweichen, was aber nicht mehr gelang, berichtete die Polizei im Pressebericht.

Beim Zusammenstoß wurde der Grieche, der nicht angegurtet war, aus dem Führerhaus geschleudert. Er erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der Kärntner zog sich Verletzungen unbestimmten Grades zu, er wurde nach der Erstversorgung ins Krankenhaus Tamsweg eingeliefert.

Hätte noch Schlimmeres passieren können
Laut Sachverständigem Gerhard Kronreif hätte noch Schlimmeres passieren können: "Wenn sich zwei Schwerfahrzeuge mit diesen Geschwindigkeiten im Tunnel begegnen, ist immer Brandgefahr gegeben. Dieses Mal war Glück im Spiel, dass sich die ausgelaufenen Treibstoffe nicht entzündet haben, sonst hätten wir da vermutlich eine größere Katastrophe erlebt", sagte der Sachverständige am Samstag im Radio-Frühjournal von ORF Salzburg.

Durch den Unfall war der Tauerntunnel rund sechs Stunden lang blockiert. Beide Schwerfahrzeuge wurden total beschädigt. Autos konnten über die Katschberg-Bundesstraße ausweichen, Lkw mussten die Sperre abwarten. Es bildete sich in beiden Richtungen ein großer Stau.

Fast genau auf den Tag vor sieben Jahren, am 29. Mai 1999, ereignete sich im selben Tunnel eine Katastrophe. Nach einem Auffahrunfall war im Tunnel Feuer ausgebrochen, bald herrschten Temperaturen von 1.200 Grad. Zwölf Menschen kamen ums Leben, 42 wurden verletzt, 40 Fahrzeuge waren in das Unglück involviert. 67 Personen hatten sich noch aus dem Tunnel retten können.

Ein übermüdeter Lkw-Fahrer war einer stehenden Kolonne aufgefahren. Der Tunnel musste damals für die Sanierung drei Monate gesperrt werden, der Schaden durch den Unfall sowie den Ausfall der Mauteinnahmen betrug rund 30 Mio. Euro.
(apa/red)

27.5.2006 10:50