Umstrittene Moslem-Studie: Soziologen verreißen Papier, Autor und Auftraggeber
- Wissenschaftliche Ansprüche werden nicht erfüllt
- Scharfe Kritik auch an Studien-Autor: Nicht qualifiziert
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Fühlt sich von Prokops Moslem-Studie bestärkt
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Kritik an Vorgehensweise von Ministerin Prokop
·Meiste Ausländer kommen aus Serbien
Mit 137.662 Zuwanderer vor Türkei mit 116.882
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Islamisches Info-Zentrum
ortet Parallelgesellschaft
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Prokop unter Beschuss: Auch BZÖ übt harte Kritik
·400.000 Moslems leben in Österreich
Entspricht nach Volks-zählung Anteil von 4,9%
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Prokop: "Wer nicht will, hat hier nichts zu suchen"
Die Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) hat die vom Innenministerium vorgelegte Studie über Moslems scharf kritisiert. Die so genannte Integrationsstudie weise "gröbste methodologische und technische Mängel auf und kann daher nicht beanspruchen, als wissenschaftliche Untersuchung zu gelten", erklärte ÖGS-Präsident Christian Fleck am Mittwoch. Zweifel äußerte die ÖGS auch am Studienautor.
Der Text erfülle weder sachlich noch formal die Ansprüche einer sozialwissenschaftlichen Studie, kritisierte der Grazer Soziologieprofessor. Bemängelt wird unter anderem, dass im 52- seitigen Executive Summary "ungewöhnlicherweise" Ausführungen zu Themen enthalten seien, "die in den anderen Teilen des Berichts mit keinem Wort Erwähnung finden" - darunter jene Passagen, auf die sich Innenministerin Prokop schon vor Vorliegen der Studie bezogen hatte.
Scharf ins Gericht ging die Gesellschaft für Soziologie auch mit dem Autor der Studie. Der als Verfasser genannte Prof. Dr. Martin Rohe möge ein guter Jurist sein, aber sein Magisterabschluss in Islamwissenschaften würde als Qualifikationsnachweis für eine sozialwissenschaftliche Studie nicht genügen, so die ÖGS.
Außerdem wurde kritisiert, dass die für die Beurteilung der Qualität einer Umfrage "notwendigen technischen Details" nicht aufgelistet seien. Es würden Angaben über Stichprobenverfahren, Rücklauf- bzw. Ausschöpfungsrate sowie das Befragungsinstrument fehlen. Da es kein Verzeichnis der Bosnier und Türken gebe, die in Wien und Umgebung wohnen, müsse man fast vermuten, dass die Auswahl der Befragten "anhand der Zuordnung von Familiennamen zu ethno- religiösen Gruppen erfolgte", urteilte die ÖGS. (apa/red)
