Montag, 22. Mai 2006

Bundesheer-Affäre in Oberösterreich: Nun überprüft fünfköpfige Delegation Vorwürfe

  • Nach anonymen Beschuldigungen gegen Offiziere
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Eine fünfköpfige Abordnung der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission ist am Montagnachmittag in Hörsching bei Linz eingetroffen. Die Delegation soll die Vorwürfe, die vergangene Woche anonym gegen Offiziere der Kaserne erhoben worden sind, überprüfen. Bis Freitag will man ein internes Ergebnis vorlegen.

Nach einem Gespräch mit dem oberösterreichischen Militärkommandanten Kurt Raffetseder werde man Befragungen "mit allen Personen, die uns in der Causa bekannt sind" durchführen, erklärte Delegationsleiter Paul Kiss der APA. Man werde jeder einzelnen Beschwerde penibel nachgehen und sei an einer umfassenden Aufklärung interessiert.

Bis Freitag soll den Mitgliedern der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission ein schriftlicher Bericht vorgelegt werden, so Kiss weiter. Am 31. Mai werde das Gremium dann Konsequenzen aus der Causa beschließen und den Verteidigungsminister über diese informieren.

In einer anonymen E-Mail, die der APA vorliegt, wurden vergangene Woche schwere Vorwürfe gegen Offiziere der Kaserne Hörsching erhoben. Es geht unter anderem um Körperverletzung, Schikanen und Personal-Defizite im Ausbildungs-Betrieb. Der Absender der E-Mail gab unter anderem an, ein betrunkener Offizier habe seine Lebensgefährtin durch die Kaserne geprügelt, ein anderer betrunken ein Heeresfahrzeug gelenkt.

Ein weiterer Vorwurf betrifft Überprüfungen der Wache: Diese seien derart häufig erfolgt, dass das Ausmaß der Schikane erreicht sei, so der Absender der E-Mail. Für die Ausbildung der Rekruten in der Kaserne Hörsching gebe es zu wenig Personal, drei der Ausbildner seien gar keine Ausbildner. Die Pressestelle des Verteidigungsministeriums hatte am Freitag dazu offiziell lediglich mitgeteilt, dass Untersuchungen eingeleitet worden seien.

Das Präsidium der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission prüft als Kontrollorgan des Nationalrates. Die heeresinternen Untersuchungen werden vom vorgesetzten Militär-Kommando, in diesem Fall dem Kommando der Landstreitkräfte in Salzburg geführt.

(apa)

22.5.2006 16:27