Eine Frau am Gipfel: Extrembergsteigerin Kaltenbrunner bezwingt Kangchendzönga
- 'Sprachlos vor Glück' am dritthöchsten Berg der Welt
- Damit bereits neun der 14 Achttausender erklommen
Gerlinde Kaltenbrunner hat es geschafft: Die Extrembergsteigerin aus Oberösterreich erreichte am Sonntagnachmittag mit ihrem Team den Gipfel des 8.586 Meter hohen Kangchendzönga in Nepal. "Wir waren alle mehr oder weniger sprachlos vor Glück", teilte die 35-Jährige via Expeditionstagebuch (www.expedblog.com) mit. Kaltenbrunner hat damit ihren neunten von 14 Achttausendern erklommen.
Mit Verspätung, dafür aber bei prächtigen Wetter kam die Alpinistin aus Spital am Pyhrn an der Spitze des dritthöchsten Berges der Erde an. Von hier aus präsentierte sich den Bergsteigern ein traumhafter Rundblick auf die Bergwelt des Himlaya."Ich freue mich so, dass wir oben waren. Das Gefühl war so gigantisch, über allen anderen Gipfeln zu stehen, genau im richtigen Moment", sprudelte es danach aus der glückseligen Kaltenbrunner heraus.
Mit am Gipfel des dritthöchsten Berges der Erde angelangt waren Kaltenbrunners deutscher Lebensgefährte Ralf Dujmovits sowie die Teammitglieder Veikka Gustafsson aus Finnland, der Japaner Hirotaka Takeuchi und Andrew Locke aus Australien. Nur der Portugiese Joao Garcia kehrte nach Problemen vorzeitig um. Mit einer aus der Schweiz ebenfalls eintreffenden Expedition verwandelte sich das "Dach" des Kangchendzöngas, was übersetzt die "Fünf Schatzkammern des großen Schnees" bedeutet, in einen Ort der Freude und Begegnung.
Die Wetterverhältnisse in Lager III auf 7.700 Meter Höhe hatten zuvor den in der Nacht auf Sonntag geplanten Aufstieg um fünf Stunden verzögert. Erst gegen 5.00 Uhr klarte es auf, der Startschuss für den letzten Aufstieg war gefallen. "Der Weg zum Gipfel bot sehr, sehr viel Felskletterei, mehr als ich mir erwartet hatte. Als wir nach der Kletterei ein Depot erreichten, dachten wir uns bereits in Gipfelnähe. Den erreichten wir allerdings erst nach weiteren drei Stunden um 16.30 Uhr", erzählte ein erschöpfter Dujmovits.
Nach einer halben Stunde des Genießens und Feierns wurde der Gipfel wieder verlassen. Der Rückweg zu Camp III entwickelte sich bei einbrechender Dunkelheit nochmal zum Abenteuer. Dujmovits stürzte in eine Gletscherspalte, doch die Crew konnte Kaltenbrunners Lebensgefährten sicher bergen. Die Nacht auf Montag im vom Wind ramponierten Lager III wurde nochmals eine stürmische Angelegenheit. Im Basecamp auf 5.300 Meter Höhe wird das gesamte Team am Montagabend erwartet.
Für Kaltenbrunner war es der zweite, diesmal erfolgreiche Versuch, den Kangchendzönga zu bezwingen. 2003 hatte sie ihre Expedition abbrechen müssen. Mit nunmehr neun bestiegenen Achttausender-Hauptgipfeln ist Kaltenbrunner die derzeit weltweit erfolgreichste Höhenbergsteigerin.
(apa/red)
