Dramatische Folgen des Klimawandels: In 100 Jahren wachsen im Alpenraum Palmen
- Erwärmung um bis zu vier Grad prognostiziert
- Hiobsbotschaft für Tourismus: Gletscher bald weg
"In 100 Jahren ist es in den bayerischen Alpen so warm wie jetzt am Lago Maggiore mit Palmen, subtropischen Gärten und Kastanienwäldern." Dieses Szenario beschrieb Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) in Bad Hindelang bei einer Tagung der Alpenschutzkommission Cipra. Grund dafür sei eine zu erwartende Klimaerwärmung von bis zu vier Grad bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Sintflutartige Regenfälle würden nach jüngsten Klimaprognosen vermehrt Muren, Schlammlawinen und Hochwasser verursachen.
Wegen der Klimaerwärmung müssten für den Hochwasserschutz in den nächsten zehn Jahren bis zu 300 Millionen Euro investiert werden. Die bayerischen Gletscher würden in 20 Jahren abgeschmolzen sein. Bereits jetzt verliere der Schneeferner-Gletscher auf der Zugspitze an einem heißen Tag bis zu 35 Millionen Liter Wasser. Auch der Tourismus werde sich auf wärmere und schneeärmere Winter einstellen müssen, sagte Schnappauf. Statt künftig die Pisten überall künstlich zu beschneien, gehörten alternative und umweltverträgliche Urlaubsangebote in die Programme.
(apa/red)
