Donnerstag, 18. Mai 2006

"Baby Truman Show" in USA: Forscher filmt eigenes Kind drei Jahre lang den ganzen Tag

  • Experiment zur Erforschung der Sprachentwicklung
  • Projektleiter Roy hat keine ethischen Bedenken

Um herauszufinden, wie kleine Kinder das Sprechen lernen, übertreffen Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten jetzt sogar das so genannte Reality-Fernsehen: Von der Geburt an bis zu seinem dritten Geburtstag wollen Forscher vom namhaften Massachusetts Institute for Technology (MIT) einen kleinen Buben 14 Stunden täglich filmen, wie die britische Fachzeitschrift "New Scientist" berichtete.

Als "Versuchskaninchen" dient demnach der neun Monate alte Sohn von Projektleiter Deb Roy, der an dem Experiment nichts Verwerfliches finden kann: "Vielleicht hat er als erster Mensch ein Gedächtnis, das bis zur Geburt zurückreicht", sagte der Forscher dem Blatt.

Im Dienste der Wissenschaft ließen Roy und seine Frau in jedem Zimmer ihres Hauses 14 Mikrofone und elf Videokameras mit Weitwinkelobjektiv anbringen, die jede Bewegung und jedes Geräusch des Kleinen aufzeichnen.

Die "Baby Truman Show", wie die Zeitschrift das Projekt in Anspielung an den Kinofilm "Die Truman Show" von 1998 ironisch nennt, solle Aufschluss darüber erbringen, wie ein Kind das Sprechen erlernt. Das Experiment könnte möglicherweise dabei helfen, Behandlungsmethoden für Sprachstörungen zu entwickeln oder Roboter, die sich selbst das Sprechen beibringen, hieß es in dem Bericht.

(apa/red)

18.5.2006 09:50