Auch steirische Hypo baute Mega-Verluste: Verluste in zweistelliger Millionen-Höhe
- Bei Kroatien-Leasing-Geschäften bis zu 60 Mio. Euro
- nur durch Hebung stiller Reserven "abgearbeitet"
Eine kroatische Leasing-Tochter der Landeshypo Steiermark soll im Jahr 2005 beträchtliche Verluste gebaut haben, die sich im zweistelligen Mio.-Euro-Bereich bewegen sollen. Die Angelegenheit war allerdings bereits im Dezember vergangenen Jahres bekannt geworden. Seitens der Landeshypo gab man sich zurückhaltend, die Höhe des Verlustes wurde nicht benannt. Die Sache soll durch Hebung stiller Reserven in der Bilanz abgearbeitet worden sein.
Dies berichtet der "Standard" in seiner Samstag-Ausgabe. Mit risikoreichen Auto- und Maschinen-Leasinggeschäften in Kroatien habe die Landes- Hypothekenbank AG (zu 75 Prozent im Besitz der RLB Steiermark, der Rest gehört dem Land Steiermark) "laut dem Standard vorliegenden Dokumenten rund 50 bis 60 Mio. Euro" verloren. Ohne Aktivierung stiller Reserven im Ausmaß von 9,5 Mio. Euro wäre die Hypo im Jahr 2005 - erstmals in der Unternehmensgeschichte - ins Minus gerutscht, schreibt die Zeitung.
Eine Warnung eines Aufsichtsratsmitglieds vor dem Risiko derartiger Leasinggeschäfte sei nicht beachtet worden, bis im großen Stil Leasing-Raten ausgeblieben seien. Nach der kroatischen Rechtslage dürfte auch ein Schadloshalten an den Leasingobjekten nicht möglich sein. Fazit laut "Standard": In der Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2005 habe der vom Land Steiermark in den Hypo-Aufsichtsrat entsandte stellvertretende Aufsichtskommissär den Schaden mit rund 50 bis 60 Mio. Euro beziffert.
Hypo-Generaldirektor Alfred Goger hatte schon im Dezember bestätigt, dass es zu Rückständen bei den Ratenzahlungen gekommen sei. Gegenüber dem Blatt meinte er, dass in Kroatien "einiges schief gelaufen" sei. Allerdings sei die Sache 2005 in der Bilanz abgearbeitet, die weitere Entwicklung sei derzeit noch nicht abschätzbar. "Ob es 50 bis 60 Millionen sind, hab' ich jetzt nicht im Kopf. Wenn, dann ist es die Summe der Wertberichtigungen", wird Goger zitiert. Die Sache sei in Kroatien auch gerichtsanhängig, eine Gefahr für die Bank habe aber nicht bestanden, wiewohl das operative Geschäft ohne Hebung von stillen Reserven 2005 "nicht positiv verlaufen" wäre. Am späten Freitagnachmittag war für eine Stellungnahme bei der Landeshypo niemand mehr erreichbar.
(apa/red)

