20.5.2006 13:42

Vor Kroatien-Testmatch: Hickersberger schielt mit einem Auge bereits auf EM 2008

  • Gutes Ergebnis für Teamchef "gewissen Stellenwert"
  • Ziel: ÖFB-Mannschaft soll "ebenbürtiger Gegner" sein

Für das österreichische Fußball-Nationalteam geht es gegen Kroatien vor allem um eine Imagekorrektur. Das enttäuschende Bild, das die ÖFB-Auswahl noch im März bei der 0:2-Heimniederlage gegen Kanada abgegeben hat, soll nach dem Aufeinandertreffen mit dem WM-Teilnehmer im Wiener Happel-Stadion der Vergangenheit angehören - aber auf Grund der Leistung, nicht unbedingt auf Grund des Ergebnisses.

"Das Resultat in einem Länderspiel hat schon eine Bedeutung. Würden wir gegen Kroatien ein gutes Ergebnis schaffen, hätte das einen gewissen Stellenwert und wäre gut fürs Selbstvertrauen", erklärte Teamchef Josef Hickersberger, schränkte aber auch ein: "Auf der anderen Seite sage ich offen und ehrlich: Wichtig sind die Ergebnisse bei der EURO 2008. Dort wollen wir nicht nur guten Fußball spielen, sondern müssen auch mindestens ein Spiel gegen einen nominell besseren Gegner gewinnen."

Ziel: Ebenbürtiger Gegner sein
Gegen die Kroaten, die sich ohne Niederlage für die Weltmeisterschaft qualifiziert haben, schielt der Teamchef nicht nur auf ein achtbares Resultat, sondern vor allem auf eine klare Steigerung im spielerischen Bereich. "Wenn wir in vielen Phasen ebenbürtig sind, würde mich das schon freuen. Ein ebenbürtiger Gegner zu sein wäre mir lieber als ein Glücksieg in einem Spiel, in dem die Kroaten zehn Chancen vergeben, fünfmal an die Latte schießen und wir durch ein Elfergeschenk gewinnen", meinte der frühere Rapid-Meistermacher.

Allein schon seine persönliche Fußball-Philosophie verbiete es, mit einem strikten Defensiv-Konzept auf ein torloses Remis hinzuarbeiten. "Ich bin ein Liebhaber des schönen, attraktiven Fußballs, deswegen, habe ich auch immer die Brasilianer besonders favorisiert. Auch bei jeder Mannschaft, die ich trainiert habe, habe ich zunächst einmal versucht, einen schönen Fußball zu spielen."

Kampf-Aufforderungen mag "Hicke" gar nicht
Aufforderungen des Publikums nach mehr Kampfeswillen - wie sie Hickersberger unter anderem in seiner relativ erfolglosen Anfangszeit als Rapid-Coach miterlebte - stoßen beim Teamchef auf Unverständnis. "Mich stört es, wenn die Zuschauer rufen: 'Wir wollen euch kämpfen sehen.' Diese Sprechchöre kommen nur, wenn die Mannschaft schlecht spielt. Die Barcelona-Fans rufen auch nicht: 'Kämpfen, Ronaldinho, kämpfen.'"

Der Weg zu einer Überraschung gegen Kroatien führt jedoch nicht an einer gewissen Einsatzbereitschaft vorbei, wie auch Hickersberger weiß. Gefragt ist aber auch ein kluges taktisches Auftreten. "Der Gegner ist objektiv gesehen etwas besser als wir, daher müssen wir uns nach ihm richten. Es wird nicht so sein, dass wir Kroatien in Grund und Boden kombinieren", prophezeite der 58-Jährige.

(apa/red)

20.5.2006 13:42
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