Italiens Medien üben Druck auf Teamcoach Marcello Lippi aus: Zum Rücktritt gefordert
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Drei Wochen vor Beginn der Fußball-WM haben Gerüchte über Nationaltrainer Marcello Lippi die Vorbereitung des italienischen Nationalteams empfindlich gestört. Laut italienischen Medienberichten am Sonntag werden Stimmen in Italien laut, die nach der möglichen Verwicklung des Nationaltrainers in den Spielabsprachen-Skandal dessen Rücktritt einfordern.
"Eine Bewegung von oben, die möglicherweise politisch motiviert ist, hat entschieden, Lippi unter Druck zu setzen, damit dieser seinen Rücktritt erklärt", schrieb die Zeitung "La Repubblica" in ihrer Sonntag-Ausgabe. Die einflussreiche "Gazzetto dello Sport" hat dem Trainer ebenfalls nahe gelegt, dass es Zeit wäre, den Hut zu nehmen.
"Lippi bei der WM ist ein Risiko", zierte eine Überschrift das Titelblatt. Das Blatt veröffentlichte auch eine Umfrage, der zu Folge 30 Prozent der Befragten meinten, dass es zumindest drei Jahre brauchen würde, um den Image-Schaden des italienischen Fußballs wieder wett zu machen. Juventus und alle in den Skandal verwickelten Vereine sollen nach Meinung der Befragten die im Zeitraum der Verwicklungen gewonnenen Titel aberkannt werden.
Es sei nicht die Aufgabe des Gesetzes über Lippis Zukunft zu entscheiden, meinte hingegen Staatsanwalt Luca Palamara zur "Causa Lippi". "Lippi bei der WM? Für die Staatsanwaltschaft stellt dies kein Problem dar", meinte Palamara.
Lippi, der Juventus bis 2004 trainiert hatte, wurde am Freitag in Rom von der Staatsanwaltschaft fast dreieinhalb Stunden lang befragt. In Justizkreisen wurde verlautet, Lippi sei "weithin zur Zusammenarbeit bereit" gewesen. Bisher hat er den Versuch der Einflussnahme stets bestritten. "Ich bin von Moggi nie unter Druck gesetzt worden", sagte er. "Ich habe bei den Untersuchungen nichts zu befürchten und habe auch noch nie an Rücktritt gedacht."
(apa/red)
