Donnerstag, 18. Mai 2006

Argentinien ohne Ex-Kapitän Zanetti: Auch Veron, Samuel, Solari & Kily Gonzales fehlen

  • Aus für Demichelis: "Habe keine Lust mehr zu leben"
  • Pogo mit Togo: Ex-Admiraner Erik Akoto einberufen

Argentinien wird ohne seinen früheren Kapitän Javier Zanetti zur WM nach Deutschland fahren. Der 32-jährige Inter-Spieler, der die meisten der 18 Qualifikationsspiele bestritten hatte, wurde von Teamchef Jose Pekerman nicht in das 23-Mann-Aufgebot für die Endrunde einberufen. Auch Zanettis Teamkollegen Walter Samuel, Juan Sebastian Veron, Kily Gonzales und Santiago Solari fehlen im Kader des WM-Co-Favoriten.

"Es hat mir niemand gesagt, dass ich irgendetwas falsch gemacht hätte, aber ich habe schon in den vergangenen Wochen gewusst, dass ich nicht dabei sein werde", meinte Zanetti, der bei den Weltmeisterschaften 1998 und 2002 im Aufgebot Argentiniens gestanden war. An Stelle des über 100-fachen Teamspielers wurde Lionel Scaloni (West Ham) nominiert.

Teamchef Pekerman entschied sich auch gegen Andres D'Alessandro (Portsmouth) und das von vielen europäischen Top-Klubs umworbene Supertalent Sergio Aguero (Independiente). In Lionel Messi, Gabriel Heinze und Pablo Aimar berief Pekerman drei Spieler ein, die um ihre Fitness noch ringen. Manchester Uniteds Heinze hat seit 14. September kein Spiel mehr bestritten.

Demichelis nicht dabei: "Keine Lust mehr zu leben"
Drastisch kommentierte Bayern Münchens Martin Demichelis seine Ausbootung aus dem argentinischen WM-Kader. "Es ist nicht nur, dass ich keine Lust mehr zum spielen habe. Ich habe keine Lust mehr zu Leben", erklärte der Mittelfeldspieler, der beim jüngsten Testspiel der "Gauchos" noch in der Startelf gestanden war.

Zur WM fährt auch Erik Akoto. Der ehemalige Admira-Spieler, der sich nach seinem Vertragsaustieg bei den Südstädtern beim SV Schwechat fit gehalten hat, wurde von Teamchef Otto Pfister in das Aufgebot Togos einberufen.

Polens Medien über Nominierungen "geschockt"
Polens Teamchef Pawel Janas hat mit der Nominierung seines WM-Kaders viele Landsleute überrascht. "Einige seiner Nominierungen sind ganz einfach schockierend. Aber vielleicht ist in diesem Wahnsinn dennoch Methode", philosophierte die Sportzeitung "Przeglad Sportowy". Neben dem langjährigen Goalie Jerzy Dudek hatte Janas auch Stürmer Tomasz Frankowski nicht berücksichtigt.

Liverpool-Keeper Dudek, der bei den "Reds" nur noch Reservist ist, zeigte sich erschüttert: "Es kommt mir die ganze Zeit so vor, als sei das ein Aprilscherz. Ich habe Janas eine SMS geschickt. Ich will, dass er weiß, dass ich es schade finde, von seiner Entscheidung aus dem Fernsehen und nicht von ihm selbst zu erfahren", meinte der Torhüter.

WM-Aus beschert Kevin Kuranyi schlaflose Nächte
Auch Schalke-Stürmer Kevin Kuranyi ist tief bestürzt über sein Nicht-Berücksichtigung für den deutschen Kader. "Als mich Jürgen Klinsmann anrief und mir mitteilte, dass ich nicht zum 23-köpfigen Kader für die WM zähle, ist für mich eine Welt zusammengebrochen", schrieb Kuranyi auf seiner Website. "Ich bin wirklich sprachlos, zutiefst enttäuscht und werde nun einige schlaflose Nächte haben. Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: Warum ausgerechnet ich?"

Der ausgebootete Stürmer räumte ein, "keine überragende Saison" gespielt zu haben. Doch trotz des Denkzettels im März, als er nicht für das Italien-Spiel berücksichtigt wurde, habe er nie und nimmer mit einer Streichung aus dem Kader gerechnet. Kuranyi übte indirekt Kritik an Bundestrainer Klinsmann: "Es gab im Vorfeld keine Anzeichen, dass ich nicht dabei sein würde." Er habe sich auch in diesem Jahr weiter entwickelt und zu Beginn von Klinsmanns Amtszeit "Tore am Fließband im Nationaltrikot erzielt."

(apa/red)

18.5.2006 09:45