Rot nach 17 Minuten: Riesige Enttäuschung bei Arsenal-Goalie Lehmann nach 1:2 im CL-Finale
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1899 gegründeter Klub holte schon 18 Meistertitel
Es sollte der größte Moment seiner Karriere werden und die perfekte Einstimmung auf die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land, doch nach einem denkwürdigen Abend in St. Denis/Paris blieben für Jens Lehmann nur Trauer, Frust und das Gefühl der Demütigung. Mit schwacher Stimme und noch wie in Trance sprach Deutschlands WM-Torhüter nach seiner Roten Karte und der 1:2-Niederlage mit Arsenal gegen den FC Barcelona im Finale der Fußball-Champions-League über den Augenblick, der ihn gnadenlos aus seiner Hochstimmung der vergangenen Wochen gerissen hatte.
Sein ganzes Leben werde er den Ausschluss nach nur 18 Endspiel-Minuten nicht vergessen können. "Das Spiel hier werde ich mit ins Grab nehmen", versicherte Lehmann. Während die Sieger aus Barcelona in einem blau-roten Freudenmeer den Triumph voll auskosteten, wurde der 36-Jährige von allen Seiten getröstet. Kapitän Thierry Henry nahm ihn in den Arm, Trainer Arsene Wenger klopfte ihm auf den Rücken, bevor der Tormann als Letzter auf das Podest schlich, um die Medaille der Finalverlierer in Empfang zu nehmen.
Auswirkung auf WM?
Was als Krönung gedacht war, endete für Lehmann im Fiasko und nagt am Selbstvertrauen des DFB-Schlussmanns. Deshalb wird sich auch Deutschlands Teamchef Jürgen Klinsmann mit dem schweren Rückschlag für seine Nummer eins beschäftigen müssen.
Arsenal-Trainer Wenger kritisierte den norwegischen Referee Terje Hauge, jedoch nicht für den Lehmann-Ausschluss. Der Ausgleich durch Eto'o (76.) war laut dem Franzosen irregulär gewesen. "Das war ein klares Abseitstor", betonte Wenger, der die Leistung seiner "Zehn" pauschal lobte. "Das Team hat exzellent gespielt, sogar mit zehn Mann hatten wir eine Chance auf den Sieg. Doch das Abseitstor hat uns um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Barcelona war bis dahin trotz der Überzahl nicht wirklich gefährlich oder kreativ."
"Das können wir nicht akzeptieren"
Laut dem Coach habe der Austausch des Linienrichters nur einen Tag vor dem Match zu einer schlechten Leistung des Referee-Gespanns geführt. "Auf diesem Niveau können wir so etwas nicht akzeptieren und müssen etwas dagegen tun", forderte Wenger.
Noch heftiger kritisierte Arsenal-Superstar Henry die Leistung der Unparteiischen. "Ich bin wirklich sauer. Bei mir macht sich ein Gefühl der Ungerechtigkeit breit. Wir sind wie Hunde geschlagen worden. Wegen einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters haben wir verloren", betonte Frankreichs Teamstürmer, dessen Zukunft bei den Londonern ungewiss ist, will doch Barcelona die personifizierte Torfabrik für die kommende Saison verpflichten. "Es wäre ein Genuss, mit Henry gemeinsam für Barca zu spielen", meinte etwa Eto'o zu den Wechselgerüchten um den Torjäger.
Wenger hofft jedoch, dass der 28-Jährige, dessen Vertrag noch bis 2007 läuft, weiter für den englischen Traditionsklub spielen wird. "Denn wir brauchen Henry, vor allem für unsere jungen Spieler ist er als Leitfigur von unschätzbaren Wert."
(apa)
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