Affäre Juventus: Manipulationssumpf in
Italien für Sepp Blatter "größter Skandal"
- FIFA-Chef zeigt sich besorgt: "Das ist schrecklich"
Auch Inter Mailand in den Skandal involviert? - PLUS: Umfrage & Forum - sagen Sie Ihre Meinung!
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FIFA-Präsident Sepp Blatter hat gegenüber italienischen Zeitungen zutiefst besorgt und verärgert auf den Manipulationsskandal im italienischen Fußball rund um Juventus Turin reagiert.
"Was in Italien geschieht, ist der größte Skandal der Fußball-Geschichte. Wenn es so etwas in Afrika gegeben hätte, würde ich das noch verstehen. Aber in Italien, wo Fußball eine Religion ist, finde ich das unbegreiflich", wird Blatter zitiert. Der Schweizer fürchtet um das Ansehen des Fußballs: "Das ist schrecklich, besonders für das Image des Fußballs."
Auch Inter involviert?
Inzwischen geriet auch Inter Mailand in den Sog des Skandals. Klub-Präsident Giacinto Facchetti erhielt verbotenerweise lange vor der offiziellen Nominierung der Schiedsrichter für Champions-League-Spiele entsprechende Informationen. Das geht aus abgehörten Telefonaten zwischen Facchetti und Italiens inzwischen abgesetztem Schiedsrichter-Koordinator Pierluigi Pairetto hervor.
Pairetto unterrichtete Facchetti vor den Gruppenspielen der Saison 2004/2005 gegen Valencia und Anderlecht über die Namen der angesetzten Unparteiischen. So wusste Inters Chef schon vier Wochen vor dem Duell mit den Spaniern, dass der Schweizer Urs Meier das Match leiten würde. Normalerweise erfahren die Klubs die Namen der Unparteiischen erst 48 Stunden vor den Spielen.
Im Zentrum des Skandals um Spielmanipulationen, Schiedsrichterbestechung, Nominierungsabsprachen und illegale Finanzpraktiken steht der inzwischen bei Juventus Turin zurückgetretene Sportdirektor Luciano Moggi. Dessen Posten soll nun der frühere AS-Roma-Sportdirektor Franco Baldini antreten.
Lippi kann Vorwürfe entkräften
Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi scheint inzwischen den Verdacht seiner Verstrickung in den Skandal ausgeräumt zu haben. Der Coach konnte Berichten italienischer Medien zufolge bei seiner Vernehmung durch die römische Staatsanwaltschaft entsprechende Vorwürfe offenbar entkräften. Lippi war vorgeworfen worden, auf Moggis Druck Spieler aus der Agentur von Moggis Sohn Alessandro in die "Squadra Azzurra" berufen haben, um deren Wert zu steigern. "Wir haben viele Punkte geklärt", sagte Lippi nach dem rund zweistündigen Verhör.
Die Mailänder Börsenaufsicht hat für die kommende Woche Bilanzprüfungen der an der Börse notierten Fußballklubs angekündigt. Betroffen davon sind neben Juventus auch die beiden Römer Klubs Lazio und AS Roma.
(apa/red)
