Montag, 22. Mai 2006

Tennis-Turnier in Pörtschach: Melzer siegt im Österreicher-Duell gegen Koubek 6:4, 7:5

  • Top-Star Hewitt scheitert schon in erster Runde
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"Geburtstagskind" Jürgen Melzer hat sich am Montag in Pörtschach wie erwartet im Österreicher-Duell mit Stefan Koubek in zwei Sätzen durchgesetzt. Der nun 25-jährige Niederösterreicher gewann im ersten offiziellen Aufeinandertreffen mit dem Kärntner auf der ATP-Tour nach 1:39 Stunden mit 6:4,7:5. Topstar Lleyton Hewitt ist gleich zum Auftakt ausgeschieden.

Der als Nummer zwei gesetzte Australier musste sich bei seinem ersten Sandplatz-Auftritt in diesem Jahr und dem ersten überhaupt in Österreich dem Brasilianer Marcos Daniel (ATP-Nr. 89) nach 2:32 Stunden mit 6:3,3:6,6:7 (3) geschlagen geben. Hewitt erlitt im Tiebreak des dritten Satzes eine Knöchelverletzung, spielte aber nach einer Behandlung das Match zu Ende.

"Es ist einfach nur schmerzhaft derzeit. Man muss abwarten, wie es in den nächsten Tagen weitergeht", ließ Hewitt aus dem Behandlungsraum verlauten. Zur Pressekonferenz erschien er freilich nicht mehr. Wie es mit ihm nun weitergeht und ob er noch länger in Pörtschach bleibt, wusste er nicht. "Ich habe keine Ahnung." Selbstverständlich wird er alles nötige Tun, um noch rechtzeitig für die French Open in Paris fit zu werden.

"Klassische Österreicher-Duell"
"Es war das klassische Österreicher-Duell. Wir waren beide nicht unbedingt entspannt. Ich habe im ersten Satz ein 4:1 nicht genützt und im zweiten die Chancen zum Doppel-Break vergeben", war Melzer durchaus selbstkritisch nach seinem insgesamt dritten Erfolg über Koubek. So einfach wie bei den Einladungsturnieren in St. Anton vergangenen Dezember bzw. in Houston im April dieses Jahres machte es ihm der Lokalmatador diesmal nicht. Damals hatte Melzer jeweils nur fünf Games abgegeben.

Doch wenn es "ernst" ist, dann spielen die Nerven doch eine andere Rolle. Für Melzer spielte auch das wesentlich wärmere Wetter eine Rolle in seiner Feinabstimmung. "Da fliegen die Bälle mehr, man muss sich erst daran gewöhnen."

Trotz des etwas knapperen Ergebnisses gab es nie wirklich einen Zweifel daran, dass die Nummer 75 der Welt über die Nummer 123 triumphieren wird. Melzer, dem die Punkte vom Vorjahresfinale in St. Pölten aus der Wertung gefallen sind, diktierte das Spiel. In den ersten sechs Games schaute den beiden Österreichern auch Topstar Lleyton Hewitt zu, der sich die Zeit bis zu seinem ersten Einsatz in Pörtschach vertrieb.

Koubek bäumte sich zwar mehrere Male auf, - u.a. als er im zweiten Satz ein 2:4 wettmachte und auch bei 4:5 das Rebreak schaffte -, doch am Ende war das Geburtstagskind doch zu stark. "Ich habe alles probiert, leider hat es nicht gereicht. Ich bin ein paar Mal aufgestanden, aber ich war zu deppert, dass ich meinen Aufschlag durchbringe", meinte Koubek, der noch am Abend nach Paris flog, um doch noch in der French-Open-Qualifikation spielen zu können. "Mir fehlt einfach derzeit noch der Instinkt. Der Jürgen hat in letzter Zeit einige Matches gewonnen und hat viel mehr Selbstvertrauen."

Marach in Paris und Wimbledon im Hauptfeld
Oliver Marach kann in Pörtschach in aller Ruhe sein Erstrundenmatch am Dienstag gegen Vince Spadea (USA) bestreiten. An diesem Tag beginnt in Paris die French-Open-Qualifikation, in die der 25-jährige Steirer aber nicht muss. Marach rutschte dank einiger Absagen ins Hauptfeld von Roland Garros, auch in Wimbledon wird Österreichs Nummer 2 in der "main draw" sein.

"Ich bin derzeit als Letzter drinnen. Das freut mich sehr", meinte Marach. "Jetzt hoffe ich nur endlich auf den ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier." Dreimal war Marach bisher im Hauptbewerb: In Paris 2002 sowie bei den Australian Open 2005 und 2006. Und jedes Mal scheiterte er nur äußerst knapp in fünf Sätzen.

Erst Anfang Mai ist Marach in den Kreis der Top 100 gestoßen. Ein Ziel auf das Marach lange, und - wie er selbst auch sagt - verkrampft, hingearbeitet hat. "Ich bin jetzt lockerer, denn ich habe schon eine richtige Blockade gehabt. Das war irrsinnig wichtig für mich. Aber es wird umso schwerer, auch da zu bleiben", weiß der Blondschopf. So hat er bald einen Challengersieg in Sassuolo (ITA) zu verteidigen. "Damit muss man im Tennis leben."
(APA/red)

22.5.2006 20:43