Donnerstag, 18. Mai 2006

ÖGB muss großes Sparpaket schnüren: Auf-
wand soll um 70 Millionen reduziert warten

  • Pensionsstatut soll nun drastisch gekürzt werden
  • NEWS: "Katastrophaler Vergleich" mit Gläubigern

Auf den ÖGB kommt offenbar ein größeres Sparpaket zu, er muss seine laufenden Aufwendungen um 70 Millionen Euro reduzieren. Wenn der ÖGB künftigen mit den Mitgliedsbeiträgen das Auslangen finden muss, wie dies Präsident Rudolf Hundstorfer angekündigt hat, dann ergebe sich diese Kürzung auf Basis der ÖGB-Bilanz 2004. Die Gesamtaufwendungen liegen bei 265 Millionen Euro, berichtet der "Kurier".

"Über diese Zahl will ich nichts sagen, aber eines ist klar: Alle im ÖGB müssen nun mithelfen, Solidarität ist wieder gefragt", sagt Clemens Schneider, der neue Finanzchef des ÖGB dazu. Dazu gehören auch die pensionierten ÖGB-Mitarbeiter. Es soll sich dabei um zirka 1600 Leute handeln.

Der Großteil der Einsparungen wird vermutlich am Personalsektor stattfinden müssen, 134 Millionen Euro des Aufwandes entfallen aufs Personal. Ein Grund dafür liegt in der Pensionsregelung, die vielen ÖGB-Mitarbeiter 80 Prozent des Letztbezugs garantiert, die Differenz zur ASVG-Pension zahlt der ÖGB. Dieses Pensionsstatut soll nun drastisch gekürzt werden. Bisher war von 104 Altverträgen die Rede, aber es dürfte weit mehr Bedienstete betreffen. Nur jene, die nach 2000 in ÖGB-Dienste traten, bleiben ungeschoren, denn sie haben eine Pensionskassen-Regelung. Für ein Gros der Mitarbeiter bedeutet das Pensionskürzungen.

ÖGB-Vizepräsident Karl Klein bestätigt auch, dass es in Altverträgen des ÖGB doppelt so hohe Abfertigungen wie gesetzlich vorgesehen gibt. Langgediente ÖGB-Mitarbeiter haben Anspruch auf 24 statt auf 12 Monate Abfertigung. Klein: "Einige haben vor Jahren freiwillig darauf verzichtet, ich auch, und eine Abschlagszahlung erhalten." Wie viele Personen noch Anspruch auf die hohe Abfertigung habe, kann Klein nicht sagen.

Zum Thema Personalabbau gibt Klein zu, dass es beim natürlichen Abbau nicht bleiben wird. "Mitarbeitern werden andere Jobs im ÖGB angeboten werden. Wer nicht flexibel genug ist, diese anzunehmen, wird sich wohl verabschieden müssen."

(apa/red)

18.5.2006 10:06