Montag, 15. Mai 2006

15 Millionen Euro gefordert: Geschasste BAWAG-Vorstände melden Ansprüche an

  • Bekommen Vertrags-Restlaufzeit nicht ausbezahlt
  • Auch viele Aufsichtsräte bereits zurückgetreten

Als die BAWAG Ende März wegen der Karibik- und Refco-Debakel vier Vorstände ihrer Ämter enthob, wurde vom (damaligen) Aufsichtsratschef verkündet, dass keiner der vier Vorstände die Restlaufzeit seiner Verträge ausbezahlt bekommen wird. Schon per Jahresende 2005 hatte die Gewerkschaftsbank ihren damaligen Generaldirektor Johann Zwettler vorzeitig verabschiedet.

Die Verträge der Bankmanager wären eigentlich bis 2008 gelaufen, an ihnen hängen zudem Pensionsansprüche. Die werden nun von den geschassten Vorständen eingefordert, laut "Kurier" in Summe zirka 15 Mio. Euro.

Banksprecher Thomas Heimhofer kennt den Betrag selber nur aus der Zeitung, wie zur APA sagte, er will Debatten um Abfindungen auch nicht weiter kommentieren. Für die Prüfung von Ansprüchen hat die Bank ihre Anwälte eingeschaltet.

Köpferollen nach Auffliegen des BAWAG-Debakels
Ende März, knapp zwei Wochen nach Auffliegen der verlustträchtigen Spekulationsgeschäfte der Gewerkschaftsbank in der Karibik, hatte es im Vorstand - dessen Spitze schon zum Jahreswechsel ausgetauscht worden war - ein größeres Köpferollen gesetzt: Der Aufsichtsrat hatte die Vorstandsbestellungen von Christian Büttner, Hubert Kreuch, Peter Nakowitz und Josef Schwarzecker mit 30. April 2006 widerrufen. Zuvor war der behördliche Druck noch gestiegen, die Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte Anzeigen erstattet.

Auch die meisten Aufsichtsräte sind wegen Karibik und Refco zurück getreten und wurden in der ersten Aprilwoche durch neue Köpfe ersetzt. Der Aufsichtsrat tritt heute, Montag, Nachmittag wieder zu einer Sondersitzung zusammen. Erstmals ist die gesamte ÖGB-Spitze dabei. Sie hat dem Vernehmen nach Organ-Beratungen in der Causa BAWAG und US-Vergleich vorverlegt, damit keine Zeit verloren wird. (apa)

15.5.2006 11:58