Schreib-, Kopierschutz & digitale Signatur: Neue Chip-Reisepässe unmöglich zu fälschen
- "Geheime" Infos sollen Manipulationen verhindern
- Reisdokument soll ab Sommer ausgegen werden
Das Fälschen des neuen Österreichischen Sicherheitspasses mit Chip sei absolut unmöglich, sagte Roland Jabkowski, Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums. Verschiedene Maßnahmen würden verhindern, dass Daten verändert, der Chip kopiert oder ohne Erlaubnis gelesen werden kann. Ausgegeben werden soll das Reisdokument ab dem Sommer 2006.
Fälschungen sollen durch einen elektronischen Schreib- und Kopierschutz sowie eine digitale Signatur verhindert werden. Auf dem Chip sind "geheime" Information gespeichert, die nicht mitkopiert werden können, erklärte Wolfgang Rosenkranz von der Österreichischen Staatsdruckerei. Beim Zugriff auf den Chip kann festgestellt werden, ob diese vorhanden sind und es sich somit um ein echtes Dokument handelt.
Der elektronische Schreibschutz verhindert, dass neue Daten in einem gültigen Pass eingespeichert werden können. Weiters gebe eine digitale Signatur über eine Manipulation der Daten Aufschluss, berichtete Jabkowski. Sie garantiere, dass jede Veränderung erkannt werde.
Auslesen der Daten kann zehn Sekunden betragen
Der Chip befindet sich in der inneren Umschlagseite des Passes. Der elektronischen Speicher wird von einer Funkantenne umrahmt, welche die Verbindung zum Lesegerät herstellt. Befürchtungen eines Zugriffs aus weiter Entfernung oder im "Vorbeigehen durch die Jackentasche" seien völlig unbegründet, sagte Rosenkranz. Das Auslesen dauere nämlich zwischen fünf und zehn Sekunden und könne nur innerhalb von maximale zehn Zentimetern Entfernung erfolgen.
Der Zugriff auf den Chip sei außerdem nur mittels Code möglich, stellte Rosenkranz fest. Das Passwort werde mittels Scanner und Computer aus den gedruckten Informationen - Passnummer, Gültigkeits- und Geburtsdatum - berechnet. Um die Daten des Chip überhaupt lesen zu können, muss das Dokument also zuerst geöffnet und gescannt werden, so Rosenkranz. Anschließend überprüfe dann ein Computer ob die gespeicherten Informationen verändert oder kopiert wurden.
Um zu verhindern, dass Dritte die Kommunikation mit dem Chip abhören können, werde der Datenaustausch nach der Kennwortabfrage verschlüsselt durchgeführt, so Rosenkranz. Die Decodierung dieser Verbindung sei auf jeden Fall aufwendiger als ein Entwenden des Passes.
(apa/red)
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