PISA-Studie: Schlechte Förderung von Migrantenkindern in Österreich aufgedeckt
- Lesen: Kein Unterschied zwischen 1. & 2. Generation
- Zuwanderer lesen oft besser als "echte" Österreicher
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in den 25 EU-Staaten
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Die Förderung von Migrantenkindern in der Schule gelingt in Österreich im Vergleich mit anderen Staaten mit hohem Zuwandereranteil eher schlecht. Dies zeigt eine Spezialauswertung der PISA-Studie, die von der OECDpräsentiert wurde. So reicht bei einem Fünftel der 15- bis 16-jährigen Zuwandererkinder die Lesekompetenz nicht aus, die einfachsten PISA-Lese-Aufgaben zu bewältigen.
Das gilt sowohl für Zuwandererkinder der ersten (nicht im Inland geborenen, Anm.) bzw. zweiten (bereits im Inland geborenen, Anm.) Zuwanderergeneration. Und: Mit der Dauer des Aufenthalts der Familien werden die Leistungen - im Unterschied zu den meisten anderen Staaten - nicht besser.
Wesentlich bessere Werte weisen andere klassische Einwandererländer auf: In den Niederlanden und Kanada sind nur rund drei Prozent der noch im Ausland geborenen Zuwanderer sehr schlechte Leser, in Australien nur rund fünf Prozent. Vergleichsweise gut liegt auch noch Dänemark (zwölf Prozent). Mit Österreich in etwa gleichauf sind Norwegen, Schweden und Deutschland, etwas schlechter schneidet Frankreich ab (23 Prozent), deutlich schlechter Belgien (28 Prozent).
Ähnlich sieht es bei den Top-Lesern aus: Auf der höchsten Leistungs-Stufe (Level 5) finden sich in Österreich nur jeweils zwei Prozent der Zuwandererkinder der ersten und zweiten Generation. Zum Vergleich: In Australien sind es jeweils 15 Prozent, in Kanada elf (erste Generation) bzw. 15 Prozent (zweite Generation). Ebenfalls interessant: Damit lesen kanadische und australische Zuwandererkinder sogar besser als "echte" Österreicher (neun Prozent Top-Leser).
Ministerium erwartet bessere Ergebnisse
Bessere Ergebnisse der Migrantenkinder bei der nächsten PISA-Auswertung erwartet sich das Bildungsministerium. So seien bereits im Finanzausgleich 2000 1.500 zusätzliche Lehrerposten für die Sprachförderung eingerechnet worden, hieß es in einer Aussendung am Montag. Darüber hinaus habe Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) mit der frühen Sprachförderung im Kindergarten und den Sprachförderkursen in der Volksschule weitere Maßnahmen gesetzt.
Unter anderem unterstütze der Bund Kindergartenerhalter, die eine frühe Sprachförderung anbieten, seit dem laufenden Schuljahr zusätzlich mit 80 Euro pro gefördertem Kind, so Ministeriums-Generalsekretär Hermann Helm. Ab dem kommenden Schuljahr 2006/07 könnten Schüler außerdem elf Stunden in Kleingruppen und parallel zum Regelunterricht gefördert werden. Dafür habe man 330 Lehrerdienstposten für die Volksschulen zur Verfügung gestellt, wodurch 19.000 Schulkinder eine zusätzliche Sprachförderung erhalten würden. An den Lehrerbildungseinrichtungen wiederum gebe es gezielte Schulungen wie "Unterricht in heterogenen Klassen", "Deutsch als Fremd- und Zweitsprache" und "Interkulturelle Pädagogik".
(apa/red)
