Montag, 29. Mai 2006

Das Sturmgewehr und der neue Militärjeep Geplant: Ladas Geländewagen Kalaschnikow

  • Nach Übernahme durch Rüstungsfirma rüstet Werk auf
  • Russische Finanzkreise reagierten mit Gelächter

Bis jetzt war Lada hauptsächlich für seine robusten, winterfesten Autos bekannt. Diese Eigenschaften sollten auch auf die neu geplanten Geländewägen übergehen, will der Betrieb doch in Zukunft Militärfahrzeuge produzieren. Als Namenspatron muss der Erfinder des Sturmgewehrs AK-47 herhalten: Kalaschnikow.

Die russische Automarke Lada will unter dem Namen Kalaschnikow erstmals auch einen Militärjeep produzieren. Hinter der Idee steckt der staatliche Rüstungsexporteur Rosoboronexport als neuer Mehrheitseigner des Lada-Herstellers Awtowas. Die Konstrukteure entwickelten einen robusten Geländewagen für die Streitkräfte, gab der Rosoboronexport-Chef Sergej Tschemesow bekannt, wie die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Mittwoch berichtete.

Belustigte Reaktionen in Finanzkreisen
Die Entwicklungskosten für den Militärjeep sollen sich nach Unternehmensangaben auf umgerechnet bis zu 160 Mio. Euro belaufen. Die Nachricht sorgte in russischen Finanzkreisen für Belustigung. "Der beste Werbeslogan wäre wohl: Für jeden Militärjeep Kalaschnikow gibt es ein Sturmgewehr gratis", meinte der Analyst Wjatscheslaw Smoljaninow von der Bank Uralsib. Der sowjetische Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow (86) hatte 1947 das Sturmgewehr AK-47 (Kalaschnikow) entwickelt, das seitdem mehr als 70 Millionen Mal weltweit hergestellt wurde. (APA/red)

29.5.2006 11:26