NEWS LEBEN: Husten nicht bagatellisieren!
'Chronische Bronchitis' ist weit verbreitet
- Viele leiden an COPD, ohne es überhaupt zu wissen
- Früherkennung der Lungenkrankheit ist essenziell
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Man fühlt sich gesund und spürt zunächst gar nichts. Das regelmäßige Husten am Morgen nach dem Aufwachen wird nicht als Krankheitssymptom, sondern als "Selbstreinigungsmechanismus" der Bronchien gewertet. Zu Unrecht. Viele leiden, ohne es zu wissen, an einer beginnenden COPD, im Volksmund auch chronische Bronchitis genannt. Früherkennung, laufende Kontrolle und entsprechende Therapie beeinflussen den Krankheitsverlauf positiv.
"COPD ist eine Lungenerkrankung, die schleichend beginnt und zunächst gar nicht als Krankheit wahrgenommen wird", warnt die Lungenfachärztin Sylvia Hartl, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). "Morgendlicher Husten ist meist das erste Anzeichen, dass sich eine COPD entwickelt. Viel später kommt dann Atemnot bei körperlicher Belastung, wie zum Beispiel Stiegensteigen, dazu. Dieses Symptom wird von den Betroffenen oft bagatellisiert."
Früherkennung wichtig
Im fortgeschrittenen Stadium kann die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD Berufsunfähigkeit und aufwendige medizinische Betreuung bedeuten. Daher gilt insbesondere für Raucher, selbst wenn sie nunmehr abstinent sind: Auch wenn man sich gesund fühlt, aber immer wieder, vor allem am Morgen, hustet, unbedingt eine Lungenfachärztin oder einen Lungenfacharzt aufsuchen. In der Ordination wird mit einem einfachen Test, der nicht länger als eine Blutdruckmessung dauert, die Funktionsfähigkeit der Lunge überprüft. Und im Bedarfsfall die notwendige Therapie festgelegt. Die Lungenfunktion kann damit verbessert, das weitere Fortschreiten der Erkrankung verzögert und das Befinden der Betroffenen deutlich verbessert werden.
COPD-Pass
Entscheidend ist auch die laufende Kontrolle des Krankheitsverlaufes. Dafür hat die ÖGP nun einen eigenen COPD-Pass entwickelt, der die Verlaufskontrolle unterstützt und ab Mitte Mai bundesweit in den Ordinationen aller Lungenfachärzte verfügbar ist. Er gewährleistet auch den Informationsfluss zum Hausarzt. Daher: COPD-Risiko abklären, gegebenenfalls Lungenfacharzt/-ärztin aufsuchen und mit dem COPD-Pass zum Hausarzt gehen. (NEWS LEBEN Nr. 5/2006)
