Freitag, 15. Dezember 2006

Kokain auch in Österreich ein Problem:
2005 wurden 245 Kilo beschlagnahmt

  • "Schnee-Hochburg" Wien: Fast 3.000 Anzeigen
  • Einfuhr verläuft sehr häufig über den Luftweg

Die illegale Einfuhr von Kokain nach Österreich erfolgt laut dem Drogenbericht 2005 weiterhin überwiegend durch Kuriere südamerikanischer Organisationen oder afrikanischer Tätergruppen. Der Luftweg ist ein häufig benützter Verkehrsweg. Im Vorjahr wurden insgesamt 245 Kilogramm der Droge beschlagnahmt, 2004 waren es "nur" 75.

Wien scheint eine wahre "Schnee"-Hochburg zu sein: Von den 5.491 Anzeigen, die 2005 nach dem Suchtmittelgesetz in Zusammenhang mit Kokain erstattet wurden, entfielen 2.948 auf die Bundeshauptstadt. Weit abgeschlagen folgten Niederösterreich mit 801, Oberösterreich mit 459 und Tirol mit 451. Das Schlusslicht mit 122 bildete das Burgenland. Zum Vergleich: In ganz Österreich wurden 2005 fast 4.600 Anzeigen in Zusammenhang mit Heroin erstattet, bei Ecstasy waren es 2.106, bei Cannabiskraut 13.741 und bei Cannabisharz 6.681.

Mit Einzelsicherstellungen von bis zu 30 Kilogramm am Flughafen Wien-Schwechat wird die Bedeutung des Airports für den "Kokain-Import" nach Österreich deutlich. Aber auch Kurierreisen mittels Kfz und der Eisenbahn sowie Schmuggeltransporte auf Schiffsrouten von Südamerika nach Europa mit Verbindungen zu Österreich werden nach wie vor durchgeführt, so der Drogenbericht.

Im Vorjahr wurde eine international agierende Organisation zerschlagen, die für den Direktimport großer Kokain-Mengen mittels Containerladungen per Schiffstransport von Südamerika nach Europa verantwortlich war. Österreich war als Depotland auswählt worden. In der Steiermark konnten auf einen Schlag 143 kg Kokain aus dem Verkehrs gezogen werden.

Schwarzafrikanische Tätergruppen waren wiederholt im Bereich des Kokainschmuggels aktiv. Insbesondere der Straßenverkauf wird laut Innenministerium von diesen Tätern faktisch beherrscht. Dabei beschränken sich die Dealer keineswegs auf ein "Produkt", auch Heroin, Cannabisprodukte und in Einzelfällen auch synthetische Drogen werden den Süchtigen angeboten.

(apa/red)

15.12.2006 15:37