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Der österreichische Energieregulator Walter Boltz hält die geplante Fusion von OMV und Verbund für "grundsätzlich genehmigungsfähig. Boltz, der selbst nicht für die Wettbewerbsprüfung zuständig ist, meinte aber, die beiden Konzerne müssten der Europäischen Kommision aber wohl einige Zugeständnisse machen. "Es stellt sich beispielsweise die Frage, welche Auswirkungen der Zusammenschluss eines großen Gaskunden mit einem Großlieferanten und Generalimporteur von Gas auf den Großhandel hat."
Generell müssten sich Wettbewerbshüter wohl die Marktposition von OMV Verbund auf dem Gasmarkt anschauen, sowie die Tatsache, dass sich künftig die Netzgesellschaften für Strom und Gas in einer Hand befänden. Im großen und ganzen gäbe es aber nur wenig Überschneidungen, meinte Boltz bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer in Baden bei Wien.
An dem Treffen nahm auch Peter Eberl von der DG Wettbewerb in Brüssel teil. Wegen des hohen Anteils der Verbund-Auslandsumsätze ist die Fusion Angelegenheit der EU-Wettbewerbshüter. Der EU-Beamte wollte das geplante Zusammengehen nicht inhaltlich kommentieren. Wenn sich die Kommission zu einer vertieften Prüfung entschließe, werde dieses Verfahren ein halbes Jahr dauern.
Obwohl internationale Presse und Kapitalmärkte und das Zusammengehen eher skeptisch sehen, beurteilt es Johannes Benigni von der Consultant-Firma PVM Oil eher positiv. Er glaube, dass die OMV-Kontakte dem Verbund bei einer Expansion nach Osteuropa und die Türkei helfen könnten, meinte er. Der Verbund habe sich lange in der "Geiselhaft der Landesgesellschaften" befunden und werde sich in der neuen Konstruktion wohl daraus befreien können. Die Einwendung, dass es kein gelungenes Vorbild eines Mergers zwischen Öl und Gas gibt, lässt Benigni nicht gelten: "Wenn sich (Raiffeisen International-Chef Herbert) Stepic danach gerichtet hätte, was es alles schon gibt, hätte er sich das heutige Portefeuille nicht aufbauen können." (apa)

