FORMAT über die gelbe Cash Cow: Post zielt bei Börsegang auf konservative Anleger
- Dividendenrendite soll rund fünf Prozent betragen
- PLUS: Wichtigste Fakten und Vorteile und Schwächen

·Die wichtigsten Facts zum Post-Börsegang
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·NEWS: Erstnotiz der Post-Aktie am 29. Mai
Geheimer Börsefahrplan:
Zeichnungsfrist ab 16. 5.
Die Österreichische Post gibt den Startschuss zum Börsengang. Mit einer Dividendenrendite von rund 5 Prozent zielt das Papier auf konservative Anleger.
Die Post bringt allen was - ab sofort will man sogar Dividenden auszahlen. Und das durchaus großzügig. So plant Post-General Anton Wais, für das heurige Geschäftsjahr 70 Millionen Euro auszuschütten - in alter Währung also fast eine Milliarde Schilling. Rund die Hälfte davon sollen private Anleger kassieren. Am 15. Mai startet der Börsengang der Aktie gelb, bei der 49 Prozent der 70 Millionen Aktien privatisiert werden. Ab Juni notiert das Papier an der Wiener Börse und wird ein Fixelement für den Blue-Chip-Index ATX.
Durchwegs positive Reaktionen der Experten
Die internen Vorbereitungen laufen bereits auf vollen Touren. Die potenziellen in-und ausländischen Großaktionäre haben von den Emissionsbanken unter der Führung von Erste Bank, Goldman Sachs und Raiffeisen Centrobank bereits die ersten Analysen zugeschickt bekommen. Damit haben diese Investoren einen Wissensvorsprung - Kleinanlegern sind die Studien nämlich nicht zugänglich. FORMAT sorgt jetzt für Waffengleichheit, veröffentlicht die wichtigsten Prognosewerte und beschreibt die ersten, durchwegs positiven Reaktionen der Experten.
Analysten erwarten steigende Gewinne
Alle Banken gehen von einem ruhigen, aber zunehmend profitablen Geschäft aus. So rechnet die Raiffeisen Centrobank (RCB) damit, dass im aktuellen Geschäftsjahr 2006 ein Nettogewinn von 88,7 Millionen Euro erzielt wird, im Jahr 2008 soll die Post bereits 108,2 Millionen verdienen (siehe Tabelle). Die Deutsche Bank schätzt 88 Millionen heuer und 112,2 für 2008. Am optimistischsten ist die Erste Bank mit 99,3 Millionen Euro Nettogewinn für das laufende Geschäftsjahr und einem Anstieg auf 114,4 Millionen in zwei Jahren. Das entspricht umgelegt auf die 70 Millionen Anteilsscheine einem Nettogewinn pro Aktie für 2006 zwischen 1,27 Euro laut RCB und 1,42 Euro bei der Erste Bank. 2008 sind dann laut der Ersten sogar 1,63 Euro möglich.
Dividende als wichtigster Trumpf
Angesichts des beschränkten Wachstumspotenzials kann die Post in erster Linie mit einer hohen Ausschüttung punkten. So hat Post-General Wais im Vorfeld des Börsengangs signalisiert, dass künftig rund 70 Prozent des Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden sollen. Für das laufende Jahr rechnet die RCB deshalb mit einer Dividende von 1 Euro pro Aktie.
Nach derzeitigem Stand wird eine Aktie zwischen 15 und 19 Euro kosten. So wird zum Beispiel die Aktie der Deutschen Post mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,4 auf Basis der geschätzten Gewinne 2006 bewertet. Dieses KGV entspräche bei der Österreichischen Post unter der Annahme von 1,27 Euro Gewinn pro Aktie einem Ausgabepreis von 15,74 Euro. Geht man vom Durchschnitt einer weltweiten Vergleichsgruppe aus, die ein KGV von 16,8 aufweist (siehe Tabelle), ergäbe dies sogar Spielraum bis 21,30 Euro. Allerdings sind die angeführten Unternehmen wie etwa FedEx oder UPS nur begrenzt vergleichbar, weil diese vor allem auf den Wachstumsmärkten Logistik und Expressversand tätig sind und erheblich höhere Eigenkapitalrenditen erzielen.
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