Vereinbarkeit von Beruf und Familie:
Immer mehr Mütter haben Teilzeitjobs
- Nur 23 Prozent in einer Vollzeitbeschäftigung
Kinder oder Beruf sei lange Zeit eine "Entweder-Oder- Entscheidung" gewesen, die mittlerweile aber der Vergangenheit angehört, meint der Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS), Felderer. Allerdings beschränkt sich diese Zunahme vor allem auf die Teilzeitquote, wohingegen die Vollzeitbeschäftigung zurückgegangen ist. Fertilität und Erwerbstätigkeit stiegen in den vergangenen Jahren.
Im Jahr 2004 waren rund 72 Prozent aller Frauen mit einem oder mehreren Kindern unter 15 Jahren erwerbstätig - allerdings nur 23 Prozent von ihnen in einer Vollzeitbeschäftigung. 39 Prozent der Frauen werkten in einer Teilzeitbeschäftigung, 28 Prozent galten als "Hausfrauen". Dies Zahlen gehen aus einer Studie des IHS gemeinsam mit dem Sozialministerium hervor.
Besonders hoch war die Vollzeitbeschäftigung mit 29 Prozent in Wien, wobei hier auch die Zahl jener Mütter, die nicht erwerbstätig waren, mit 31 Prozent ziemlich hoch war. Felderer erklärte dies zum einen mit dem besseren Angebot an Kinderbetreuungsplätzen und dem leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt und zum anderen mit der hohen Zahl ausländischer Mitbürgerinnen, welche vermutlich die Zahl der "Hausfrauen" anheben. Unterdurchschnittlich gering war die Frauenerwerbstätigkeit in Vorarlberg, gefolgt von Tirol.
Dass die Teilzeitbeschäftigung von Frauen mit Kindern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, werteten Felderer sowie Sozialministerium Haubner als positives Signal, das die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf reflektiere. Felderer hielt auch nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg, dass sich "Vollzeitbeschäftigung schlecht oder gar nicht mit einem Kinderwunsch vereinbaren" lasse und man die Entwicklung hin zu mehr Frauenteilzeit daher ausdrücklich begrüße.
(apa)

