52% Ein-Personen-Unternehmen in Wien: Mehrheit mit ihrem Geschäft sehr zufrieden
- Studie: Viele klagen über die hohe Arbeitsbelastung
- Motiv für Selbstständigkeit: Endlich eigener Chef sein
·Unsere Wirtschaft wächst heuer um 2,5%
EU-Prognose: Kein Rück- gang bei Arbeitslosigkeit
In Wien werden immer mehr Kleinstfirmen gegründet: Derzeit gibt es in der Bundeshauptstadt rund 41.000 Ein-Personen-Unternehmen (EPU), das sind 52 Prozent der gesamten Wiener Betriebe. Laut einer aktuellen Studie der Wiener Wirtschaftskammer sind die meisten Einzelunternehmer mit ihrer Situation durchaus zufrieden - lediglich der hohe Arbeitsaufwand wird oft beklagt.
"Ein-Personen-Unternehmen hat es in Wien auch früher schon gegeben, es war nur eine andere Branchenverteilung", betonte Kammerpräsidentin Brigitte Jank. Waren vor 30 Jahren noch Greißler, Schneider und Schuhmacher typische Vertreter dieser Gattung, liegt der Schwerpunkt heute auf Branchen wie Finanzdienstleistungen, Werbung oder Unternehmensberatung.
Hohe Arbeitsbelastung
Bei der Umfrage unter 300 EPU bezeichneten 74 Prozent ihre Geschäftslage und 78 Prozent ihre Einkommenssituation als gut bzw. zufrieden stellend. Notwendig ist allerdings auch massiver persönlicher Einsatz: 68 Prozent sprachen von hoher oder sogar zu hoher Arbeitsbelastung. Wachsen wollen jedoch nur wenige: Nur 27 Prozent gaben an, expandieren bzw. Mitarbeiter einstellen zu wollen.
Endlich sein eigener Chef sein
Als Hauptmotiv für den Schritt in die Selbständigkeit betonten drei Viertel der Befragten, schon immer den Wunsch gehabt zu haben, ihr "eigener Chef" zu sein. 62 Prozent haben laut eigenen Angaben interessante Marktchancen gesehen. 25 Prozent gaben an, keine geeignete unselbständige Tätigkeit gefunden zu haben, 15 Prozent sagten, sie seien in die Selbständigkeit gedrängt worden. Auch Betriebsübernahmen und der Wunsch nach zusätzlichen Einnahmequellen waren Anlass für EPU-Gründungen.
47 Prozent aller Befragten gaben an, sich zuvor Rat bei anderen Selbstständigen geholt zu haben. Der Gründerservice der Wiener Wirtschaftskammer wurde laut Jank von 42 Prozent der EPU als primäre Informationsquelle genannt.
Bildungsscheck für Kleinstfirmen
Als neue Initiative für Kleinstfirmen hat die Wirtschaftskammer einen Bildungsscheck für EPU geschaffen. Jedes dieser Unternehmen erhält einen WIFI-Bildungsscheck im Wert von 100 Euro. Die Kammer stellt dafür rund vier Mio. Euro bereit, wie Jank berichtete. (apa)

