Zittern um BL-Lizenz: Überbrückungs-Sponsoren könnten GAK und Sturm helfen
- Sportlandesrat glaubt an positive Entscheidung
- Voves will aber über Unterstützung "nachdenken"
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Er hoffe, dass die Entscheidung vor dem Protestkomitee der Fußball-Bundesliga zur Lizenzerteilung für die beiden Grazer Klubs GAK und Sturm positiv ausgehen werde, sagte der steirische Sportlandesrat Manfred Wegscheider (S) am Montag nach der Sitzung der Landesregierung. Zudem hätten sich zuletzt viele bei ihm gemeldet, die sich um eine Überbrückungshilfe für die Vereine bemühen wollten, etwa als zusätzliche Sponsoren.
Landeshauptmann Franz Voves (S) ließ damit aufhorchen, dass man hinsichtlich finanzieller Unterstützung in "ein bis zwei Jahren" ruhig über den Stellenwert der Fußballklubs für Stadt und Land nachdenken solle. Jetzt sei aber nicht der Zeitpunkt dafür, so Voves.
Die Haftungserklärung sei für jeden Verein einzeln ausgelegt, erklärte Wegscheider. Man habe die Gebarung der Klubs des abgelaufenen Geschäftsjahres und des aktuellen einschließlich April geprüft. Die Mittelfristplanungen seien noch nicht im Detail durchgesehen, aber die bisherigen Zahlen hätten überzeugt.
Zudem hätten sich in den vergangenen Tagen "viele bei mir gemeldet, die wissen wollten, wie es denn um die Haftungen steht". Diese Personen könnten sich auch vorstellen, "zusätzliche Sponsoren für beide Vereine zu sein, die sich um eine Überbrückungshilfe bemühen". Diese könne zwar nicht über das Land laufen, aber man werde sehen, ob sich eine andere Möglichkeit fände. Damit wären die Chancen zur Lizenzerteilung gestiegen, so Wegscheider. Das bedeute aber nicht, dass die Vereine künftig nicht sorgsam wirtschaften müssten. Nähere Details über möglicher Sponsoren wollte Wegscheider nicht nennen.
Landeshauptmann Voves, selbst einmal aktiver Eishockey-Bundesligaspieler beim ATSE Graz und Nationalteam-Mitglied, äußerte die Überlegung, dass man in aller Ruhe - "wenn kein Konkursbild der Vereine vorliegt" - über den Wert der Klubs für die Steiermark und die Stadt Graz nachdenken sollte. Andere Bundesländer wie Tirol, Salzburg oder Wien betrieben über landesnahe Gesellschaften Sponsoring. Dieses sei für die Gesellschaften steuerlich gut absetzbar. Ähnliche Überlegungen habe er auch von Finanzlandesrat Christian Buchmann (V) vernommen, sagte Voves.
Sponsoring mit Geldern öffentlicher Unternehmen ist in der Steiermark seit den Turbulenzen um den mehrheitlich landeseigenen Energieversorger EStAG eine heikle Sache. Voves formulierte vorsichtig: Jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt. Er habe auch nicht gesagt, er sei hundertprozentig dafür, so Voves auf Journalisten-Nachfragen, "aber die Grundsatzdiskussion ist zu führen". (apa/red)
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