"Eine Hand wäscht die andere": Schinkels widmet Austrias Meistertitel Frank Stronach
- Erfolgstrainer lässt nochmals Saison Revue passieren
- Feucht-fröhliche Feiern dauerten bis drei Uhr früh
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Veilchen halten bereits bei 23 Meistertiteln
Im VIP-Klub des Wiener Horr-Stadions haben die Meisterfeiern am Samstag bis 23.30 Uhr gedauert. Danach übersiedelten Spieler, Betreuer und Funktionäre in den Volksgarten, um bis weit nach Mitternacht den 23. Liga-Titel zu begehen. "Ich bin um drei Uhr gegangen und war einer der Ersten", erzählte Klubmanager Markus Kraetschmer, während Trainer Frankie Schinkels nochmals kurz die Saison Revue passieren ließ.
Der Niederösterreicher strich dabei nochmals das Teamwork hervor. "Auch wenn beim entscheidenden 2:1 gegen Wacker Tirol nicht alle Spieler zum Einsatz kamen, so sind alle 29 Kader-Spieler Meister geworden. Auch diejenigen, die nur zweimal in dieser Saison gespielt haben", sagte der Trainer und vergaß in der Stunde des großen Jubels nicht auf seine nicht so im Mittelpunkt stehenden Schützlinge.
Schinkels glaubte von Anfang an den Titel
Am 6. Mai 2005, am Tag nach dem abgebrochenen Heimspiel (0:3) gegen den GAK im Horr-Stadion, hatte der 43-Jährige das heiße Traineramt angetreten, ein Jahr später oder nach dem 50. Pflichtspiel auf der Kommando-Brücke feierte er den größten Erfolg seiner Betreuer-Tätigkeit. Das 2:1 gegen Wacker war der 29. Sieg! "Ich habe von Anfang an den Titel geglaubt, aber auch gewusst, dass es sehr schwer werden würde."
Stronach Titel gewidmet
Das Fundament zu diesem Erfolg hätten Sportdirektor Peter Stöger, Kraetschmer und er gelegt. "Und unsere Führungsspieler haben mitgezogen. Dazu kam, dass uns Frank Stronach jede Woche sein Vertrauen ausgesprochen hat. Und ich habe immer wieder gesagt, dass wir ihm etwas zurückgeben wollen. Das war unser Antrieb. Ich habe Frank viel zu verdanken, den Titel widme ich ihm. Auf Wienerisch würde man sagen, eine Hand wäscht die andere."
Natürlich sei der Titel, dessen Wichtigkeit er im Vergleich zum Cup mit 99:1 einstuft, eine riesige Genugtuung. "Es gab viele Zweifler an meinen Qualitäten, ich habe es ihnen mit Erfolgen gezeigt, das müssen nun auch die Schlaumeier einsehen." Freilich hätte seine Truppe während dieser Saison Hänger gehabt, doch habe man sich auf das Wesentliche konzentriert. "Da sind wir hinten gut gestanden und haben eben ein paar Mal remis gespielt."
Einige Rückschläge für Veilchen
Rückschläge hatten die Veilchen auf ihrem Weg zum Titel einige wegzustecken. Unruhe brachten nicht nur die sportlichen und verbalen Angriffe von Red Bull Salzburg, sondern auch der fürchterliche Autounfall des Bosniers Sasa Papac im September 2005, das frühe UEFA-Cup-Aus gegen Viking Stavanger, die versuchte Palast-Revulotion gegen Gönner Frank Stronach auf der Generalversammlung im November, der noch im selben Monat verkündete Rückzug des Magna-Gründers sowie die Prozesse gegen Ex-Generalmanager Toni Polster bzw. Joey Didulica.
Am längsten in Liga ungeschlagen
Dem kroatischen Tormann hatten es die Wiener andererseits aber auch zu verdanken, dass sie am längsten in der Liga ungeschlagen blieben, nämlich elf Spiele (sieben Siege, vier Remis) von der 16. bis zur 26. Runde. In dieser Phase fiel auch die 874 Minuten währende Torsperre von Didulica, den erst ein Freistoß des Ungarn Peter Kabat beim 1:1 gegen Pasching bezwang. Jetzt ist der neue Meister auch schon wieder elf Pflichtspiele (acht in der Liga, vier im Cup und seit 19. März - 0:3 in Salzburg - unbesiegt. Und zwei Matches (Cup-Finale und Liga-Abschluss) stehen noch aus.
(apa/red)
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