Go, Tony, Go! Labour-Anhänger wollen Blair nächstes Jahr nicht mehr an der Macht sehen
- Starke Minderheit wünscht sich Rücktritt noch 2006
- Blair selbst will spätestens '09 nicht mehr dabei sein
Fast drei Viertel der Mitglieder der britischen Labour Party sind nach dem Ergebnis einer Umfrage dafür, dass Premierminister Tony Blair bis September kommenden Jahres sein Amt aufgibt. 71 Prozent der Befragten hätten sich für einen Rückzug Blairs bis zur dann stattfindenden Labour-Jahreskonferenz ausgesprochen.
Mehr als ein Drittel der Interviewten forderte sogar einen Rücktritt des seit 1997 amtierenden Regierungschefs in den kommenden drei Monaten. Die Umfrage unter 1374 Labour-Mitgliedern zeigte zudem, dass die Mehrheit gegen einen innerparteilichen Machtkampf um den Posten des Premierministers ist - und damit eher einer Nominierung des bisherigen Schatzkanzlers Gordon Brown zuneigt, der seit langem als wahrscheinlichster Nachfolger Blairs gilt.
Blair hatte 2004 angekündigt, bei den voraussichtlich 2009 stattfindenden nächsten Unterhauswahlen nicht mehr anzutreten. Er betonte zugleich aber, seine vierte Amtsperiode voll auszufüllen. Seitdem sieht er sich indes mit sinkenden Zustimmungswerten konfrontiert - was einige seiner Labour-Kollegen zu der Vermutung veranlasst, er werde sein Amt möglicherweise in der Mitte kommenden Jahres aufgeben.
Blairs abnehmende Popularität habe größtenteils mit der Entscheidung für den Irak-Krieg zu tun, fand laut der Umfrage eine Mehrheit der Befragten: 52 Prozent der Interviewten sagten demnach, die Beteiligung daran sei der größte Fehler der Labour Party seit dem Amtsantritt Blairs 1997 gewesen. Die Umfrage wurde von einem Labour-Gremium selbst in Auftrag gegeben und Anfang Juni in Form von Online-Interviews durchgeführt.
(apa/red)
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