Samstag, 13. Mai 2006

Entgegenkommend: Züge in Korea sollen erstmals über Demarkationslinie rollen

  • Durchbruch im Verkehr zwischen Nord- und Südkorea
  • Vorsichtige Annäherung der zwei Staaten geht weiter

Erstmals seit der Teilung der koreanischen Halbinsel 1948 sollen zwei grenzüberschreitende Bahnlinien probeweise in Betrieb genommen werden. Am 25. Mai soll sich ein Zug von Nordkorea aus auf den Weg über die Demarkationslinie nach Südkorea machen, während zur gleichen Zeit auf einer zweiten Strecke ein Zug vom Süden in den Norden fährt. Darauf hätten sich Unterhändler beider Seiten bei Verhandlungen im nordkoreanischen Kaesong verständigt.

In dem nordkoreanischen Zug sollen den Angaben zufolge etwa hundert Menschen von Kaesong über eine 27 Kilometer lange Neubaustrecke nach Munsan im Süden fahren. Unter den Reisenden seien Beamte, Ingenieure und Journalisten. In der Gegenrichtung reisen rund hundert Südkoreaner von Donghae an den 25 Kilometer entfernten Kumgang-Berg in Nordkorea.

Das Bahn-Abkommen ist Teil einer Reihe von vorsichtigen Schritten der Annäherung seit dem Gipfeltreffen der Staatschefs beider Länder im Jahr 2000. Offiziell befinden sich der kommunistisch regierte Norden und der kapitalistische Süden noch im Kriegszustand; nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) wurde nie ein Friedensabkommen geschlossen.

(apa/red)

13.5.2006 07:53