Mittwoch, 10. Mai 2006

Irakischer Präsident Talabani schockiert: Allein im April mehr als 1.000 Tote in Bagdad

  • Konfessionell motivierte Morde nehmen kein Ende
  • "Todesschwadronen" sollen Sunniten beseitigen

Mehr als tausend Iraker sind im April aus religiösen Motiven in Bagdad umgebracht worden. Laut einem entsprechenden Bericht der Leichenschauhäuser seien vom 1. bis zum 30. April mindestens 1091 Menschen getötet worden, sagte der irakische Staatspräsident Jalal Talabani. "Wir sind schockiert und wütend über die Berichte von unidentifizierten Leichen, die gefunden werden, und von Menschen, die auf Grund ihrer Konfession getötet werden", sagte Talabani.

Im Irak werden täglich Dutzende von Leichen von erschossenen oder enthaupteten Menschen gefunden. Seit dem Bombenanschlag auf die Goldene Moschee in Samarra, die zu den wichtigsten schiitischen Heiligtümern gehört, am 22. Februar haben die religiös motivierten Gewalttaten zugenommen. Vertreter der sunnitischen Minderheit werfen dem bisher unter schiitischer Kontrolle stehenden Innenministerium unter anderem vor, "Todesschwadronen" auszusenden, um Sunniten zu beseitigen. US-Botschafter Zalmay Khalilzad hatte die konfessionellen Milizen beschuldigt, schon mehr Menschen umgebracht zu haben als die Aufständischen. (apa)

10.5.2006 13:08