Fußball im Iran Männersache: Geistliches Oberhaupt versperrt Frauen Weg ins Stadion
- Khamenei tritt Erlaubnis von Präsident entgegen
Im Iran hat der oberste Geistliche Ayatollah Ali Khamenei den Frauen seines Landes den Zugang zu Sportstadien doch noch verweigert. Wie ein Regierungssprecher in Teheran mitteilte, werden sich die Behörden an die Vorgaben der geistlichen Führung halten. Es ist das erste Mal, dass sich Khamenei öffentlich gegen eine Entscheidung von Präsident Mahmud Ahmadinejad stellt, seit dessen Amtsantritt im vergangenen August.
Ahmadinejad hatte im vorigen Monat viele mit seiner Ankündigung überrascht, Frauen erstmals seit mehr als 25 Jahren wieder den Zugang zu Sportwettkämpfen von Männern erlauben zu wollen. Er hatte argumentiert, die Anwesenheit von Frauen an öffentlichen Plätzen fördere die Keuschheit. Ranghohe Geistliche hatten die Äußerungen des Präsidenten kritisiert.
Nach der Islamischen Revolution 1979 im Iran war Frauen der Zutritt zu Stadien verwehrt worden, in denen männliche Sportler antraten, weil die Sportler dort kurze Hosen trugen. Zuletzt hatten Behördenvertreter das Verbot damit begründet, dass es sich für Frauen nicht gehöre, sich in Menschenmengen aufzuhalten, in denen geflucht werden oder es zu schlechtem Verhalten kommen könne. (apa)
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