Samstag, 13. Mai 2006

"Jeder konnte mit jedem reden": Schüssel sehr zufrieden mit EULAC-Gipfel in Wien

  • Auch Plassnik lobt Treffen: "Sehe viel Konkretes"
  • PLUS: Die Wiener Schlusserklärung in Auszügen

EU-Ratsvorsitzender Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat sich "sehr zufrieden" mit den Ergebnissen des EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfels (EULAC) in Wien gezeigt. "Das wichtigste Ergebnis war, dass jeder mit jedem reden konnte", erklärte Schüssel in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet. "Jeder fährt von diesem Treffen mit einem guten Gefühl weg."

Während des Gipfels habe es 250 bis 300 bilaterale Gespräche gegeben, unterlegte Schüssel seine Erfolgsbilanz mit Zahlen, "es haben intensive Kontakte der Andengemeinschaft stattgefunden. Gerade in einer Zeit, wo wir Netzwerke brauchen, ist das Aufeinanderzugehen sehr wichtig."

Bei dem Treffen seien auch neben der Entscheidung, mit den zentralamerikanischen Ländern Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufzunehmen, sehr konkrete Ziele vereinbart worden, wehrte sich der Bundeskanzler gegen Kritik, wonach der Gipfel mangelhafte Ergebnisse gebracht habe. "Vielleicht ist das nicht immer nach außen gedrungen." Man habe sich aber für den Weg der konkreten Arbeit entschieden, statt immer "nach draußen" zu informieren.

Als Beispiele nannte Schüssel, die "Selbstverpflichtung", das Handelsvolumen zwischen der EU und Lateinamerika innerhalb von fünf Jahren verdoppel zu wollen. "Wenn wir 100 Millionen Arbeitsplätze schaffen, werden diese jungen Menschen zu gute kommen." Die Entwicklungsbank wolle Klein- und Mittelbetriebe fördern. Zudem gebe es Programme für die indigene Bevölkerung und für Minderheiten. "Die Kommission hat ambitiöse Ziele".

Plassnik zufrieden: "Sehe viel Konkretes"
Außenministerin und EU-Ratsvorsitzende Ursula Plassnik sieht - entgegen anderer Meinungen - "viel Konkretes in der Abschlusserklärung des EU-Lateinamerika/Karibik-Gipfels von Wien. In einer Sonder-"Zeit im Bild" meinte Plassnik, die EU habe den lateinamerikansichen Staaten "ein starkes Signal der Unterstützung gegeben".

Die Außenministerin verwies unter anderem auf Projekte im Bildungsbereich wie Stipendienangebote im Austausch, auf Initiativen zum Schutz von Menschenrechtsaktivistinnen und auf den Beschluss eines Hilfspakets für Haiti auf Anregung Chiles.

Die den Gipfel begleitende Wirtschaftskonferenz habe sich außerdem festgelegt, in den kommenden fünf Jahren das Investitions- und Handelsvolumen zwischen der EU und Lateinamerika zu verdoppeln.

(apa/red)

13.5.2006 16:02