"EU nähert sich einer kritischen Größe": Schüssel äußert bei Europaforum Bedenken
- Wird sicher nicht jeder Wunsch erfüllt werden können
- Bundeskanzler sieht Balkan in Europäischer Union
·Nächste Woche Ent- scheid zu Erweiterung
Rumänien/Bulgarien: EU verschiebt Termin nicht
·Österreicher weiter größte EU-Skeptiker
Umfrage: Nur für 49% ist Union "eine gute Sache"
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat auf dem Europaforum des WDR in Berlin die Grenzen der Aufnahmefähigkeit in die EU abgesteckt. Ausgehend vom Vorstoß des polnischen Ministerpräsidenten Kazimierz Marcinkiewicz zu Gunsten der Ukraine als EU-Kandidat sagte Schüssel Dienstag Abend, jedes Land versuche, seinem Nachbarn die Tür zu öffnen. Über solche Versuche werde es lange und sehr substanzielle Diskussionen geben müssen, "aber es wird sicher nicht jeder Wunsch erfüllt werden können". Die EU nähere sich einer kritischen Größe.
Auf die Frage einer Moderatorin auf der WDR-Veranstaltung im Berliner Auswärtigen Amt, wer denn nun noch zur EU stoßen müsse, zählte Schüssel einige Länder auf. Dem Balkan sei man im Wort. Speziell Kroatien gehöre dazu. Auch Mazedonien habe den Kandidatenstatus. Bei den anderen Balkan-Staaten müsse man noch abwarten, da werde es länger dauern. "Das hängt nicht nur von der Aufnahmefähigkeit der EU, sondern auch von der Aufnahmefähigkeit der Kandidaten ab." Es dürfe jedenfalls kein Land aufgenommen werden, dessen Grenzen ungeklärt seien.
Mit der Türkei werde verhandelt, es sei aber nach wie vor nicht gesichert, ob der Türkei ein Vollbeitritt angeboten werde oder eine Rechtsbeziehung sui generis. "Aber damit haben wir die Grenzen der Aufnahmefähigkeit erreicht", betonte Schüssel. "Vielleicht ist in zwanzig, dreißig Jahren die Situation wieder anders."
Im Falle des für 2007 geplanten Beitritts Bulgariens und Rumäniens sagte Schüssel, es wäre schlecht, die beiden Länderbeitritte zu trennen. Genauso schlecht wäre es, den Termin zu verschieben. Vor allem in Rumänien gebe es zwar noch viele Defizite, aber es sei schon sehr viel zu deren Behebung getan worden. Die Regierungen bräuchten sogar den Druck der EU hinter sich, um ihre Reformen im Land besser durchsetzen zu können.
(apa)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"
