Samstag, 13. Mai 2006

Hickhack um Chefarztpflicht: Rauch-Kallat stellt sich auf die Seite der Krankenkassen

  • Gesundheitsministerin pocht auf 1. Juli als Termin
  • Elektronische Bewilligung besser für Ärzte, Patienten

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat besteht im Streit um die elektronische Bewilligung für chefarztpflichtige Medikamente auf dem vertraglich vereinbarten Termin 1. Juli und stellt sich damit auf die Seite der Krankenkassen. Die Ärztekammer drohte ja zuletzt mit einer Verschiebung und begründete dies mit noch mehr Bürokratie.

Rauch-Kallat wies dies im ORF-Morgenjournal zurück. "Selbstverständlich poche ich auf die Einhaltung von Vereinbarungen und unterschriebenen Verträgen, darauf muss man sich im Rechtsstaat verlassen können".

Schon seit Monaten gebe es Pilotprojekte. Die E-Card-Bewilligung ermögliche die Bewilligung eines bewilligungspflichtigen Arzneimittels durch den Chefarzt innerhalb von zehn Minuten. "Das ist eine Verbesserung für die Ärzte, aber natürlich auch für die Patienten", so Rauch-Kallat.

Und es steige ja auch die Zufriedenheit in der Ärzteschaft. "Die Verwaltung von 42 Millionen Krankenscheinen hatte ja sowohl bei Ärzten und Ordinationen als auch in den Sozialversicherungen sehr viel mehr an Bürokratie gebracht als jetzt das elektronische System. Die Gesundheitskarte ist tatsächlich eine Erleichterung für alle", betonte die Ministerin.

Außerdem stoße das Modell auch international auf Interesse. Österreich könnte hier sein know how an andere Länder weiter geben.

Zuletzt hatte der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse und Vorsitzender im Hauptverband der Sozialversicherung, Franz Bittner, die Drohung der Ärztekammer, sich nicht am geplanten Automatischen Bewilligungssystem für die Arzneimittelverschreibungen zu beteiligen, als "ausgesprochene Sauerei" kritisiert.

(apa/red)

13.5.2006 09:13