Dalai Lama verzückt Österreich: Tausende jubeln tibetischem Oberhaupt in Kärnten zu

  • Grundstein für tibetisches Gesundheitszentrum gelegt
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Blasmusik und tibetische Klänge, Trachten und Buttertee: In Hüttenberg in Kärnten ist der Grundstein für das tibetische Gesundheitszentrum gelegt worden. Dass zu dieser Zeremonie der Dalai Lama höchstpersönlich angereist war, brachte über 4.000 Schaulustige zum Festakt. Der Friedensnobelpreisträger wünscht sich einen Ort des kulturellen Austauschs. Er gedachte auch seines langjährigen Freundes Heinrich Harrer - und, passend zum Muttertag, den Müttern, die allen Menschen als erste "Liebe und Zuneigung" vermitteln, wie er sagte.

Viele Hoffnungen knüpfen sich an das über 22 Millionen Euro teure Projekt: Die Kärntner Politik, allen voran Landeshauptmann Jörg Haider, erwarten sich einen touristischen Schub für die strukturschwache Region. Für den 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, ist das geplante Zentrum ein Beitrag zum Erhalt der tibetischen Kultur: "Unser kulturelles Erbe steht vor einer großen Herausforderung. Wir als kleine Gemeinschaft versuchen unser Bestes, es zu bewahren."

Dies dürfe aber nicht durch Isolation geschehen. Das Kloster-Hotelprojekt in Hüttendorf, das vom Rogner-Konzern realisiert wird, könnte "ein Ort werden, wo wir unsere Erfahrungen austauschen können". Insgesamt gelte: "Die Welt wird kleiner", dazu trügen Bevölkerungswachstum, neue Kommunikationstechnologien und der Tourismus bei. Die Welt heute sei eine "multiethnische, multikulturelle und multireligiöse" Einheit.

Finanzielle Unterstützung
Der Dalai Lama hat dem geplanten "International Center of Higher Tibetan Studies" bei Hüttenberg nicht nur seinen Segen gebracht, sondern auch die Aussicht auf einen finanziellen Beitrag: Er werde dem Projekt 50.000 britische Pfund (73.443 Euro) spenden, sagte er am Sonntagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Dies sei als "Geste der Unterstützung" gedacht.

Das Geld stammt von Einkünften seiner Bücher. "Als buddhistischer Mönch kann ich nichts ausgeben", scherzte das geistige und weltliche Oberhaupt der Tibeter.

"Wurzeln in der Hüttenberger Heimat"
Auch für den Landeshauptmann war die Zeremonie "mehr als ein Spatenstich für ein wirtschaftliches Projekt". Der Dalai Lama werde in Hüttenberg eine ständige Bleibe erhalten, "immer wieder zurückkehren" und so "Wurzeln in der Hüttenberger Heimat" schlagen. "Der Dialog der Kulturen scheint mir gerade in der heutigen Zeit dringend notwendig."

Neben dem Zentrum in Hüttenberg wird in der Heft an einem früheren Bergbau-Standort, der zuletzt für die Landesausstellung 1995 von Günther Domenig umgebaut wurde, ein "Center of Higher Tibetan Studies" entstehen, das sich nach dem Willen der Landespolitik auch um die Akkreditierung als Privatuniversität bemühen soll. Auch hier signalisierte der Dalai Lama Offenheit: Die tibetische Medizin könne von dem Austausch profitieren. Und in der Region mit ihrem kühlen Klima könnte man vielleicht spezielle tibetische Kräuter anbauen. "So können wir auch etwas Geld verdienen - wie viel, weiß ich nicht", meinte er mit einem Augenzwinkern.

Neben den zahlreichen Dalai Lama-Fans war auch politische Prominenz zum Festakt angereist. Die Bundesregierung war vertreten durch Vizekanzler Gobrbach, Justizminister Gastinger und Gesundheitsministerin Rauch-Kallat. Haiders Stellvertreter Strutz und Schaunig nahmen ebenso Platz auf der VIP-Tribüne wie weitere Mitglieder der Landesregierung, die Bau-Familie Rogner und Heinrich Harrers Witwe.

(apa/red)

15.5.2006 07:44
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