Dienstag, 2. Mai 2006

Tel Aviv wirbt um homosexuelle Touristen:
Bis zu 70 Millionen Reisende sollen kommen

  • Von der "weißen Stadt" zur "rosafarbenen Stadt"
  • Konservatives Israel mit schillernder Nachtclubszene

Die israelische Tourismusindustrie will die für Offenheit bekannte Stadt Tel Aviv zu einem Anziehungspunkt für schwule und lesbische Touristen aus aller Welt machen. Hotelfachleute werden ab 19. Mai im Verhalten gegenüber homosexuellen Touristen geschult.

Tel Aviv ist wegen seiner Bauten im Bauhausstil bekannt als die "weiße Stadt", die von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die israelische Tourismusindustrie will die Küstenmetropole nun zur "rosafarbenen Stadt" machen, zum Magnet für schwule und lesbische Touristen aus aller Welt. Eine erste Konferenz zu dem Thema am 19. Mai soll israelische Hotelfachleute unter anderem im richtigen Verhalten gegenüber Homosexuellen schulen.

Schillernde Nachtclubszene
Eli Siw von der Israelischen Hotelvereinigung sagt, Schwule und Lesben aus aller Welt seien für Tel Aviv und den Tourismus in ganz Israel "ein wichtiger Sektor".
Besonders anziehend macht die für ihre Offenheit bekannte Stadt eine Kombination aus mediterranem Klima, regem Strandleben und einer schillernden Nachtclubszene. In dem sonst eher konservativen und familienorientierten Israel ist Tel Aviv wie eine liberale Insel - Homosexuelle können ihre Neigung im Zentrum der israelischen Schwulen- und Lesbengemeinde recht ungeniert ausleben."

Homo-Tourismus nicht von Konflikten beeinflusst
Schai Deutsch, Tourismusbeauftragter des Verbands, gibt die Zahl der potenziellen "rosa" Touristen weltweit mit 70 Millionen im Jahr an. Die finanziellen Mittel dieser Gruppe seien im Vergleich eher hoch. "Der Tourismus der Homosexuellen zeichnet sich auch dadurch aus, dass er von Konflikten nicht beeinträchtigt wird", erklärt Deutsch. "Auch nach den Anschlägen vom 11. September sind die Gays weiter gereist." Dies sei besonders bedeutungsvoll für Israel, "das fast immer mit politischen Erschütterungen zu kämpfen hat. Anders als etwa in den arabischen Nachbarländern Israels hätten sie auch keine Restriktionen zu befürchten."(red)

Webtipp:
www.glbt.org.il

2.5.2006 15:27