Mittwoch, 3. Mai 2006

Konflikt in Wiener Kulturszene: NEWS über Zwist Festwochen vs. Theater an der Wien

  • Festwochen-Chef Luc Bondy: 'Man will uns vertreiben'
  • Vorwurf: Überhöhte Mietforderungen, Behinderungen

Zwischen dem zu Jahresbeginn in Opernvollbetrieb gegangenen Theater an der Wien und den Wiener Festwochen, die dort ihre wichtigsten Produktionen herausbringen, herrscht Zwist.

Das sagt Festwochen-Intendant Luc Bondy in einem Interview für aktuelle NEWS-Ausgabe. Bondy beklagt überhöhte Mietforderungen seitens der Vereinigten Bühnen und Behinderungen im Spielbetrieb. Der Intendant wörtlich: "Die Situation ist äußerst problematisch. Uns wurde zugesichert, dass wir 2006 die Wahnsinnsmiete für das Theater an der Wien nicht zahlen müssen. Das wird jetzt plötzlich von den Vereinigten Bühnen in Frage gestellt. Zusätzlich versucht man uns Spieltage wegzunehmen. Unsere Musiksparte ist manchmal schon in ihrer Existenz bedroht. Es gibt ständig Probleme, und ich habe den Eindruck, dass man uns als Konkurrenz und nicht als Partner betrachtet und dass man die Festwochen aus dem Theater an der Wien vertreiben will. Aber wenn das passiert, stehe ich nicht mehr zur Verfügung."

Für die Spielzeiten bis zum Vertragsende 2010 kündigt Bondy je eine eigene Inszenierung an im Frühjahr 2007 die Sensation eines Burgtheater-"Lear" mit Gert Voss in der Titelrolle. Er, Bondy, habe zuletzt sehr viel inszeniert und werde seine Tätigkeit in den nächsten Jahren weitgehend auf Wien konzentrieren.

In großer Schärfe verurteilt Bondy die Comedie-Francaise, die ein Stück Peter Handkes wegen dessen Teilnahme am Milosevic-Begräbnis abgesetzt hat: "Ich finde es schandbar, jenseitig, beleidigend für jeden Kulturschaffenden, dass an der Comédie Francaise ein Stück von Handke abgesetzt wurde, weil er am Milosevic-Begräbnis teilgenommen hat. Elfriede Jelinek hat in ihrem Protest geschrieben, dass das an die Zensur in Diktaturen erinnert. Dem habe ich nichts hinzuzufügen".

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

3.5.2006 13:55