Samstag, 6. Mai 2006

"Alles, was Gast nicht nützt, will ich beiseite
schieben": Neuer McDonald's-Boss über Plan

  • Wie David Newman Konkurrenz einschenken möchte
  • "Porzellan statt Pappe": Neue Gastroschiene McCafe

Ende der Schonzeit für die Austro-Big-Macs. David Newman, der neue Österreich-Boss von McDonald's, nimmt seinen Job sehr ernst. Mit britischer Nüchternheit will er den Österreich-Ableger der Burger-Kette managen und voll auf Wachstumskurs bringen. "Ich werde die Dinge einfach halten. Alles, was dem Gast nicht nützt, will ich beiseite schieben", so Newmans Ansage. Gleichzeitig plant er mit McCafe eine neue Gastroschiene mit neuer Qualität nach dem Motto "Porzellan statt Pappe".

Schluss mit Jobhopping. Vorrangig soll mit dem englischen McDonald's-Routinier Ruhe an der Spitze des Unternehmens einkehren. Denn seit 2000 wechselten die Geschäftsführer fast im Jahrestakt. Auf Ost-Vorreiter Andreas Hacker folgte Martin Knoll - mittlerweile Country-Manager in der Schweiz. Dann kamen Harald Sükar, Christian Wimmer (nunmehr Wing-Equity-Boss) und schließlich wiederum Harald Sükar. Letzterem wurde zu Jahresbeginn die Doppelbelastung zu viel - seither versucht er hauptberuflich den angeschlagenen Grazer Fußballklub GAK zu retten.

Mehr Wachstum als Konzernvorgabe
Newman soll nun mindestens drei Jahre in Österreich bleiben und den Burger-Laden kräftig umkrempeln. Denn das Unternehmen setzt weltweit auf Wachstum. In Österreich kam dieser Anspruch in den letzten Jahren allerdings ins Stocken. Die Geschäftszahlen bewegen sich zwar auf konstant gutem Niveau (Jahresumsatz: 312 Millionen Euro). Allein, in der Konzernzentrale in Chicago erwartet man kräftige jährliche Steigerungen. Das soll Newman, der bereits 1982 in Deutschland begann, Hamburger zu braten, möglich machen. "Ich habe Ketchup im Blut", bekennt der Brite.

In Deutschland hat sich Newman Sporen verdient, indem er mit 200 neu errichteten McCafes ein Topangebot etablierte. Mit diesem Konzept will er nun auch in Österreich punkten und den Umsatz nach oben treiben. Konkret gibt es in den McCafes mehr Kaffeeauswahl sowie zahlreiche Mehlspeisen in einem für McDonald's ungewohnten Ambiente. Das heißt bequemere Sessel, kein kaltes Neonlicht sowie Löffel, Messer und Gabel statt klebriger Finger.

Expansion mit McCafe
Newman macht heuer noch Nägel mit Köpfen: Mindestens zwei McCafe-Bereiche in bestehenden Filialen werden 2006 eröffnet. Zwei komplett neue Outlets ergänzen das bisherige Filialnetz von 162 Restaurants. Außerdem gilt nun nach Konzernvorgaben aus den USA wieder Vorrang für Franchisenehmer. Zuletzt hatte McDonald's Österreich immer mehr firmeneigene Restaurants eröffnet.

Burger-Feinspitz. Kämpfte McDonald's spätestens seit dem Dokumentarfilm "Super Size Me" von Morgan Spurlock mit Imageproblemen wie dicken Kindern aufgrund von Zucker, Fett und Riesenportionen, scheint das an David Newman persönlich spurlos vorübergegangen zu sein. "Ich esse dreimal pro Woche bei McDonald's. Der klassische Big Mac ist mein Favorit." Zum Wiener Nobelitaliener Fabios geht er allerdings genauso gern. Für McDonald's-Kritiker führt er übrigens Open-Doors-Programme ein, um Vorurteile über Fast Food zu entkräften.

Lesen Sie im aktuellen NEWS, was David Newman noch alles mit dem Burgerkonzern vor hat - und wovon er nichts hält!

6.5.2006 21:38