Mittwoch, 3. Mai 2006

England bangt um seinen Star: Rooney-Verletzung noch schlimmer als angenommen

  • Laut "Sun" multiple Frakturen im Mittelfuß-Bereich
  • WM-Teilnahme des Stürmers immer unrealistischer

Die Verletzung von Englands Fußball-Superstar Wayne Rooney ist offenbar noch schlimmer als vorerst angenommen. Laut Angaben der Boulevardzeitung "The Sun", die sich auf behandelnde Ärzte beruft, hat der Stürmer von Manchester United nicht nur einen Mittelfußknochenbruch, sondern in diesem Bereich multiple Frakturen erlitten. Seine WM-Teilnahme scheint damit immer unrealistischer.

Ein hochmoderner Computer-Tomograph hat demnach Dienstagabend eine Ansammlung mehrerer Brüche im Mittelfuß Rooneys festgestellt, die nach ersten Röntgenuntersuchungen nicht diagnostiziert worden waren. "Es dauert drei bis vier Wochen, bis diese Verletzung überhaupt zu heilen beginnt", zitierte die "Sun" in ihrer Online-Ausgabe eine Spitals-Quelle. Ursprünglich hatte England-Teamchef Sven Göran Eriksson auf ein Comeback seines Starstürmers im Lauf des WM-Turniers gehofft.

Rooney hatte sich die Brüche im Mittelfuß am Samstag in der Schlussphase der Meisterschafts entscheidenden 0:3-Niederlage gegen Chelsea nach einem Tackling des Portugiesen Paulo Ferreira zugezogen. Der 20-Jährige hatte daraufhin angekündigt, alles zu versuchen, um bis zur WM-Endrunde fit zu werden. Die Hoffnungen erhielten durch die aktuelle Diagnose einen neuerlichen Dämpfer. "Ich bin natürlich am Boden zerstört, aber ich bin in guten Händen", meinte Rooney.

Eriksson: Nur durch Wunder bei WM
Eriksson hat nach der niederschmetternden zweiten Diagnose nur noch wenig Hoffnung, dass Wayne Rooney bei der WM dabei sein kann. "Wunder gibt es im Leben hie und da, ich weiß es nicht", erklärte der Teamchef auf die Frage, ob er in Deutschland auf seinen Stürmerstar bauen kann. Dennoch will er am Montag unverändert den 20-Jährigen in seinen erweiterten WM-Kader nominieren.

Eriksson bedauerte die schwere Verletzung, gab sich aber weiter zuversichtlich. "Ich wäre dumm, wenn ich sagen würde, es wäre nicht schlecht für uns. Es ist als ob Brasilien Ronaldinho oder Frankreich Henry fehlen würden. Er ist einer unser absolut besten Spieler. Aber wir haben immer noch ein sehr gutes Team und ich bin überzeugt, dass wir uns bei der WM sehr, sehr gut schlagen werden", sagte der Schwede.

ManU-Trainer Alex Ferguson hatte sich gegen ein vorschnelles Comeback seines Jungstars bei der WM ausgesprochen. "Wenn er nicht fit ist, wird er nicht dabei sein", erklärte der Schotte, der die Gesundheit Rooneys nicht aufs Spiel gesetzt sehen will. Teamchef Eriksson plagen im Angriff allerdings erhebliche Personalsorgen. Mit Michael Owen laboriert der zweite Top-Angreifer an den Folgen einer Knieverletzung.

(apa)

3.5.2006 16:48