Pumper mit sensationellem Debüt beim Marathon: Alten ÖLV-Rekord pulverisiert
- Trotz fehlender Erfahrung so gut wie keine Probleme
- Roman Weger verpasste persönliche Bestzeit knapp
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Was für ein Marathon-Debüt! Susanne Pumper lief beim 23. "Vienna City Marathon" allen Prognosen davon und beendete ihr erstes Rennen über die 42,195-km-Distanz in der fantastischen österreichischen Rekordzeit von 2:32:21 Stunden. Die bisherige, von Dagmar Rabensteiner am 28. September 2003 in Berlin aufgestellte Bestleistung drückte die Wienerin um nicht weniger als 2:14 Minuten.
Pumper lief ein beeindruckend souveränes Rennen, kam trotz fehlender Erfahrung über die klassische Strecke kaum in Schwierigkeiten. "Nur auf Kilometer 29 ging es mir nicht so gut, da war mir schlecht und es hat sich alles um mich gedreht." Die Vize-Europameisterin über 3.000 m in der Halle reduzierte in dieser Phase etwas das Tempo und war dann wieder voll auf der Höhe. Pumper: "Ich habe alle anderen 41 Kilometer wirklich genossen."
Die Marathon-Debütantin hatte sich nicht von Zwischenzeiten oder Marschrouten irritieren lassen, sondern ausschließlich ihren vier Tempomachern vertraut. Auf dem vorletzten Kilometer schraubte sie ihr Tempo auf eine Zeit von 3:18 Minuten noch einmal gehörig an und lief wie beflügelt auf den Heldenplatz ein. Dann ließ es sich die LCC-Wien-Athletin nicht nehmen, an diesem traditionsreichen Ort eine kleine Ehrenrunde zu drehen.
Die Olympia-16. über 5.000 m in Sydney 2000 hatte die Verhältnisse optimal ausgenützt. "Das ist ein Tag, der für einen Rekord geschaffen ist. Das Wetter, das Umfeld, die Zuschauer und die Familie an der Strecke, das hat alles gepasst." Den Vorstoß in die neue österreichische Marathon-Dimension hatte sie bis zum Schluss nicht so geplant: "Das hat sich im Rennverlauf ergeben. Es ging einfach gut bis zum letzten Schritt."
Bei ihrer Ankündigung des Wechsels zum Marathon hatte Pumper schon vor eineinhalb Jahren erklärt, den ÖLV-Rekord auf Anhieb brechen zu wollen. "Dann bin ich aber vorsichtig geworden, weil ich Verletzungen gehabt habe und auch krank war." Nun tun sich für die nunmehrige österreichische Rekordhalterin von der Meile bis zum Marathon freilich ganz neue Optionen auf, das von ihr angegebene Potenzial von 2:30 ist wohl zu hoch angesetzt.
In diese Richtung denkt auch ihr Trainer Helmut Stechemesser. "Unser Ziel wird jetzt sein, bis Peking unter 2:30 Stunden zu kommen", setzte der Coach bis zu den Spielen in gut zwei Jahren ein ehrgeiziges Ziel. Nach dem klaren Unterbieten des Limits für die Europameisterschaften von 7. bis 13. August in Göteborg ist sich Stechemesser über ein Antretens Pumper in Schweden noch nicht ganz sicher: "Wir müssen schauen, wie sie regeneriert."
Rabensteiner wartete im Ziel und war von der Leistung ihrer Nachfolgerin als ÖLV-Rekordlerin hellauf begeistert: "Hut ab, sie ist echt tapfer gelaufen." Dem verlorenen Rekord weinte die 42-Jährige nicht nach, hatte eine derartige Leistung Pumpers auch schon geahnt. "Sie hat mir erst vor wenigen Tagen gesagt, welche Zeiten sie im Training läuft. Da war mir alles klar. Sie hätte es schon jetzt drauf, 2:30 zu laufen." Dazu fehlte aber noch die Erfahrung.
Einzig beim Körpergewicht rät Rabensteiner Pumper, etwas zuzulegen. "Die großen Umfänge beim Marathon zu verkraften, ist nicht einfach. Da braucht sie etwas Reserven", sagte die Medizinerin. Roman Weger hat in dieser Hinsicht weniger Probleme. Der Kärntner verfehlte im Gegensatz zu Pumper sein Ziel, das EM-Limit (2:15:00) zu unterbieten. In 2:16:23 Stunden und Gesamt-10. blieb er allerdings nur 5 Sekunden über seiner Bestzeit.
"Es war doch so, dass die Form beim Padua-Marathon ein bisschen besser war", nahm Weger nachher auf seinen vor zwei Wochen abgebrochenen ersten Limit-Versuch Bezug. "Aber es überwiegt das Positive. Der erste Halbmarathon war in Ordnung, dann bin ich zurückgefallen." Sein erster Tempomacher hatte gute Arbeit geleistet, der zweite - beide Ungarn - war jedoch schon bei Kilometer 26 ausgestiegen. Ab da lief der 31-Jährige solo.
Weger: "Auf Kilometer 39 habe ich dann noch Wadenkrämpfe bekommen, da kann man nicht richtig Druck machen. Daher ist es sich nicht ganz auf meine Bestzeit ausgegangen." Einen erneuten Anlauf auf das EM-Limit wird Weger nicht mehr nehmen, womit Österreich beim EM-Marathon nicht dabei sein wird. Im Herbst will der ÖLV-Athlet aber einen weiteren Versuch unternehmen, persönliche Bestzeit zu laufen.
(apa/red)
