Sonntag, 7. Mai 2006

Mateschitz-Millionen halfen nichts: Red
Bull Salzburg in erster Saison ohne Titel

  • Ansage für nächste Saison: Jara will Meister werden
  • Ried: Hochhauser-Abschied. Sturm: Geht Petrovic?

Red Bull Salzburg kann den Erfolg (noch) nicht kaufen. Im ersten Jahr der sprudelnden Energy-Drink-Millionen blieben die Mozartstädter ohne Titel - nach dem Cup-Ausscheiden im Herbst gegen die Austria Amateure zogen die Bullen am Samstag im Titelrennen auch gegen das violette A-Team den Kürzeren. Auf eine allzu lange Durststrecke stellt man sich aber nicht ein, schließlich werden die Salzburger nach dem Stronach-Rückzug zumindest in punkto Budget künftig konkurrenzlos sein.

Schon kurz nach der 1:2-Heimniederlage gegen Superfund Pasching steckte Trainer Kurt Jara ("Die Austria ist ein würdiger Meister, sie war konstanter") die Ziele für die kommende Saison ab. "Von unserer Seite gibt es eine ganz klare Kampfansage. Es ist leichter, Meister zu werden als den Titel erfolgreich zu verteidigen", sagte der Tiroler, dessen Klub den 16. Saisonsieg in Wals-Siezenheim und damit einen neuen Punkterekord für Heimmannschaften verpasste.

Champions League als großes Ziel
Noch vor dem ersten Meistertitel in der Red-Bull-Ära soll aber der Einzug in die Champions League geschafft werden. Die Salzburger nehmen als Vizemeister in der zweiten und vorletzten Runde Anlauf auf die Eliteliga und werden aus diesem Grund in der Vorbereitung für die kommende Saison nicht nur Testspiele gegen international renommierte Gegner bestreiten, sondern auch auf dem Transfermarkt aktiv werden. "Da wird sich bei uns wahrscheinlich einiges tun", prophezeite Jara, der nach den jüngsten Gerüchten um eine Verstrickung in Spielerverpflichtungen die Vertragsverhandlungen nicht mehr selbst führen darf.

Pasching auf UEFA-Cup-Kurs
Paschings erfolgreicher Interimscoach Didi Constantini steht mit seinem Klub nach dem überraschenden Erfolg im Salzburger EM-Stadion schon mit mehr als einem Bein im UEFA-Cup. Vor dem letzten Spiel daheim gegen die Austria liegen Sariyar und Co. drei Punkte vor dem Tabellen-Vierten SV Ried. "Durch diesen Vorsprung haben wir es jetzt selbst in der Hand", meinte Constantini.

Ried: Erfolgreicher Abschied von Hochhauser
So wie Constantini nimmt auch Ried-Trainer Heinz Hochhauser mit Saisonende Abschied. Seine letzte Partie im Fill-Metallbau-Stadion, in dem es 2005/06 nur eine Niederlage setzte, beendete er standesgemäß - mit einem 2:0 gegen die Nordea Admira, wodurch zumindest Platz vier und damit die UI-Cup-Teilnahme gesichert ist. "Das ist ein Riesenerfolg. Als Aufsteiger muss man das erst einmal schaffen", sagte Hochhauser, der nach dem Spiel mit Tränen in den Augen Standing Ovations im Stadion und im VIP-Klub entgegen nahm. "Ein Sprichwort sagt, man trifft einander im Leben immer zweimal, vielleicht gibt es mit Ried ein drittes Wiedersehen", sagte der Erfolgstrainer.

Admira will so schnell wie möglich aufsteigen
Sein Widerpart Hubert Baumgartner richtete nach dem definitiv besiegelten Abstieg den Blick schon wieder nach vorn. "80 bis 90 Prozent der Spieler wollen bei uns bleiben. Wir wollen so schnell wie möglich wieder aufsteigen", erklärte der frühere Rapid-Trainer.

Rapid verpasst Europacup-Teilnahme
Sein Ex-Klub lieferte wie schon so oft im Frühjahr auch beim 0:0 in Mattersburg eine über weite Strecken enttäuschende Leistung ab und verspielte damit die letzte Hoffnung auf eine UI-Cup-Teilnahme. Betreuer Georg Zellhofer haderte danach mit der harten Gangart der Burgenländer, die am Dienstag im Cupfinale einen Double-Gewinn der Austria verhindern wollen. "Die Mattersburger haben viele überharte Fouls begangen. Kühbauer hätte für das Foul an Hlinka (Anm.: Der Slowake erlitt dabei eine Rissquetschwunde) Rot verdient."

Petrovic deutet Abschied von Sturm an
Im Duell der Grazer Klubs landete SK Puntigamer Sturm einen 3:2-Prestige-Erfolg gegen den Stadtrivalen Liebherr GAK, dennoch spekuliert Trainer Michael Petrovic mit einem Abschied von den "Blackys". "Das war vielleicht mein letztes Derby. Ich glaube, viele sehen nicht, was ich für Sturm in diesen drei Jahren geleistet habe", meinte Petrovic, der seine Entscheidung am Mittwoch bekannt geben will.

(apa/red)

7.5.2006 12:57