Samstag, 6. Mai 2006

Bei Salzburg stirbt die Hoffnung zuletzt: Spiel der letzten Chance gegen Pasching

  • PLUS: Hochhauser-Abschied aus Ried - Derby in Graz
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Nicht nur im Wiener Horr-Stadion steht heute in der vorletzten Runde der Bundesliga viel auf dem Spiel. Bei Red Bull Salzburg - FC Superfund Pasching geht es für die Hausherren um die letzte kleine Meisterchance und für die Gäste um Platz drei und somit die UEFA-Cup-Qualifikation. Rang drei hat aber auch noch Paschings Lokalrivale Ried (zu Hause gegen Nordea) im Visier. "Nur" noch die Ehre, Punkte und Prämien spielen in den Prestigeduellen GAK - Sturm Graz und SV Mattersburg - Rapid mit. Alle Spiele ab 18.30 Uhr LIVE auf networld.at!

In Salzburg klammert man sich eine Woche nach dem wahrscheinlich vorentscheidenden 2:3 am Innsbrucker Tivoli an den letzten Strohhalm. Bullen-Trainer Kurt Jara: "Die Enttäuschung ist nach wie vor riesengroß. Aber die Luft ist noch nicht draußen. Auch wenn sich die Austria das nicht mehr lassen wird, haben wir noch eine theoretische Chance. Und so muss die Mannschaft auch auftreten, dann müssen wir uns im Nachhinein nichts vorwerfen."

Erstmals seit Ende Juli 2005 könnte Salzburgs Sturmtank Lokvenc in der Liga zum Einsatz kommen. Der Tscheche hat nach überwundenem Kreuzbandriss am vergangenen Sonntag für die Amateure ein Tor erzielt und wird gegen Pasching im Kader sein. "Wenn es der Spielstand erlaubt, werde ich ihn bringen. Es wäre schön, wenn einer unserer Spieler bei der WM dabei sein könnte", so Jara.

Da es auch für Pasching noch um viel geht, wird es in Wals-Siezenheim kein Freundschaftsmatch geben. Das weiß auch Didi Constantini, der seine Pasching-Ära mit einem UEFA-Cup-Platz beenden will. "Die Salzburger werden wie in jedem Heimspiel drauf los stürmen. Wir müssen sie bremsen und dann selbst Akzente setzen. Wir sind krasser Außenseiter, ein Punkt wäre ein Erfolg für uns." Nach der 1:2-Pleite gegen Admira gibt es übrigens personelle Konsequenzen: Constantini wird zwei Kicker aus dem Kader stellen und dafür Reiter und Hartl von Schwanenstadt ins Aufgebot holen.

Derby-Time in Graz
GAK-Coach Lars Söndergaard (zuletzt drei Pleiten in Folge) weiß, dass in Fußball-Graz derzeit Themen abseits des Rasens dominant sind. "Über die Lizenzen wird mehr als über das Derby diskutiert." Dennoch glaubt der Däne nicht nur an eine Fortsetzung seiner GAK-Karriere in der kommenden Saison ("Ich habe einen gültigen Vertrag"), sondern auch an eine gute Leistung im 126. Derby. "Es geht um die Ehre. Und außerdem haben wir einige Spieler im Kader, die aus der GAK-Jugend kommen und jetzt das erste Mal auf der großen Bühne gegen Sturm spielen dürfen", so Söndergaard.

"Die Tagesform wird dieses Derby entscheiden. Aber eines ist für mich sicher: die Zuschauer werden schönen Fußball sehen", meinte Sturm-Coach Michael Petrovic, dessen Truppe (nur noch rein rechnerisch in Abstiegsgefahr) seit 27. Oktober 2004 kein Derby gewonnen hat. Trotz des neunten Tabellenplatzes lobt Petrovic seine junge Truppe in höchsten Tönen. "Wir sind Vorletzter und trotzdem spricht ganz Österreich positiv über unseren Spielstil. Wer Sturm spielen sieht, ist begeistert."

Nicht zuletzt deswegen hat "Mischa" Angst vor dem großen Ausverkauf im Sommer. "Klar habe ich Angst davor. Denn ich weiß, wie schwer wir in den vergangenen Jahren gearbeitet haben. Wir haben drei oder vier Mal bei Null angefangen. Gleichzeitig ist es aber auch eine Riesenehre." Als "sehr bitter" stuft Petrovic die gegen die Austria erlittene Knöchelblessur seines Offensiv-Alleinunterhalters Rabihou ein. Der Einsatz des 21-Jährigen ist fraglich, für ihn könnte Rauter einspringen.

Mattersburg probt fürs Cup-Finale
Mattersburg empfängt drei Tage vor dem großen Cupfinale gegen die Austria im letzten Saison-Heimspiel den entthronten Meister Rapid. Trainer Franz Lederer muss sich den Kopf zerbrechen, ob er dem einen oder anderen Leistungsträger eine Pause gönnt. "Ein angenehmes Problem, eigentlich ein Luxusproblem", kann Lederer mit derartigen Kopfschmerzen gut leben. Gedanken ans Cup-Endspiel sind verboten. "Jetzt zählt ein würdiger Abschied von den Fans, dann darf die Vorfreude beginnen", so Lederer, der mit Mattersburg im Frühjahr zu Hause ungeschlagen ist (inklusive 1:0 im Cup gegen Rapid).

Rapid ist in der Ära Georg Zellhofer auswärts noch sieglos. Doch nach dem 2:0-Heimerfolg gegen den GAK glaubt der 45-Jährige an sein Team und die Chance auf Platz vier. "Wir wollen unseren Aufwärtstrend bestätigen, nach vorne spielen und Torchancen herausarbeiten." Für zwei Rapidler gibt es im Burgenland ein Jubiläum: St. Kulovits steht vor seinem 75. und Martinez vor seinem 100. Liga-Match (jeweils alle für Grün-Weiß).

Letztes Spiel in Ried für Hochhauser
Heinz Hochhauser sitzt gegen die Admira zum letzten Mal im heimischen Fill-Metallbau-Stadion auf der Rieder Trainerbank. Das ist für den Professor jedoch kein Grund, um sentimental zu werden. "Es gibt immer ein erstes und ein letztes Mal. Manche Trainer wissen oft gar nicht, dass es das letzte Heimspiel war." Der Sport stehe im Vordergrund, "denn wenn wir gewinnen, dann sind wir sicher Vierter und haben wahrscheinlich sogar eine Chance auf Platz drei."

Gleichzeitig bedankte sich Hochhauser aber auch schon einmal bei den Rieder Fans. "Ein großes Dankeschön. Sie haben zu unseren Erfolgen einen wesentlichen Teil beigetragen. Die Atmosphäre war immer fantastisch." Admiras Head Coach Hubert Baumgartner versprach von Seiten des Fast-Fix-Absteigers vollen Einsatz: "Wir haben eine Super-Stimmung und wollen mit großem Spaß Fußball spielen."

(apa)

6.5.2006 07:22