Sonntag, 7. Mai 2006

Nepals Regierung wehrt sich gegen König: Alle Dekrete seit Machtübernahme ungültig

  • Außerdem werden jetzt zwölf Botschafter abberufen
  • König setzte erst nach Protesten Regierung wieder ein

Die neue nepalesische Regierung hat alle Entscheidungen des weitgehend entmachteten Königs Gyanendra rückgängig gemacht. Das Kabinett habe sämtliche Dekrete seit Beginn der Alleinherrschaft des Königs im Oktober 2002 für ungültig erklärt, sagte Nepals Finanzminister Ram Sharan Mahat.

Außerdem sei beschlossen worden, zwölf Botschafter abzurufen, darunter jene in den USA, Großbritannien, Frankreich und China. Alle Personalentscheidungen des Königs für Ministerien und andere Behörden seien ungültig. Gyanendra hatte die Regierung im Oktober 2002 entlassen und den Himalaya-Staat von diesem Zeitpunkt an absolutistisch regiert.

Der König hatte im April nach wochenlangen Massenprotesten das Parlament wieder eingesetzt. Maoisten und Oppositionsparteien hatte sich zu den Protesten verbündet. Nach dem Einlenken des Monarchen erklärten sich die maoistischen Rebellen zu Friedensgesprächen bereit. Die Verhandlungen sollen den seit einem Jahrzehnt andauernden Konflikt beenden, bei dem mehr als 12.000 Menschen getötet wurden. (apa)

7.5.2006 19:14