Sonntag, 7. Mai 2006

Irakische Zivilisten in Basra erschossen: Tödliche Treffer angeblich nicht von Briten

  • Aufständische sollen aus Menge geschossen haben
  • Situation nach Helikopter-Absturz weiter angespannt

Die tödlichen Schüsse auf irakische Zivilisten bei den blutigen Unruhen in der Hafenstadt Basra sind angeblich nicht von britischen Soldaten abgegeben worden. Namentlich nicht genannte Militärkreise sagten dem Sender BBC, die Schüsse seien vermutlich von Aufständischen abgefeuert worden. Diese hätten aus der Menge heraus auf britische Soldaten geschossen und dabei wohl Zivilisten getroffen.

Eine unabhängige Bestätigung oder eine offizielle Stellungnahme zu dieser Begründung für den Tod von fünf irakischen Zivilisten - unter ihnen zwei Kinder - gab es zunächst nicht. Als möglichen Grund für zahlreiche Verletzungen, die Irakern bei den Unruhen zugefügt wurden, hieß es in den von BBC angeführten Militärkreisen, Aufständische hätten auch Minen abgefeuert.

Situation in Basra angespannt
Das britische Militär leitete nach eigenen Angaben eine Untersuchung der schweren Zusammenstöße mit mehreren Toten nach einem Hubschrauberabsturz über Basra ein. Die Lage in der Stadt, in deren Umgebung rund 8.000 britische Soldaten stationiert sind, sei immer noch angespannt, berichteten BBC-Reporter. Die "anti-britischen Gefühle" seien sehr stark und die Zahl derjenigen Iraker, die einen baldigen Abzug der Briten wollten, wachse zusehends.

Unterdessen übermittelte der irakische Staatspräsident Jalal Talabani dem britischen Premier Tony Blair in einem Schreiben sein Beileid zum Tod der mindestens vier Insassen des Militärhubschraubers. Talabani bezeichnete den Absturz als "abscheuliches Verbrechen gegen die Briten". Das britische Militär hingegen hat bisher nicht bestätigt, dass der Hubschrauber tatsächlich durch einen Angriff abstürzte. (apa/red)

7.5.2006 17:29