Sonntag, 7. Mai 2006

"Deutsche mögen einfach keinen Krieg" :
Nein zu Truppen-Entsendung in Irak ist ok

  • Bush: 'Krieg wird sich absolut als Erfolg herausstellen'
  • Iran-Konflikt: Militärisches Eingreifen weiter am Tisch

US-Präsident George W. Bush hat in einem Zeitungsinterview Verständnis für die Weigerung Deutschlands gezeigt, den Irak-Krieg zu unterstützen.

In einem Interview der "Bild am Sonntag" sagte Bush auf die Frage, ob die USA sich von den Deutschen im Krieg gegen Saddam Hussein im Stich gelassen fühlten: "Ich habe langsam erkannt, dass es in der Natur der deutschen Bevölkerung ist, dass sie Krieg verabscheuen. Die Deutschen würden einfach keinen Krieg mögen, egal, wo sie sich auf dem politischen Spektrum befänden. "Und das kann ich auch verstehen", sagte der Präsident. Es gebe eine Generation von Menschen, deren Leben wegen eines schrecklichen Krieges völlig aus den Fugen geraten sei.

Mit Blick auf den Irak-Krieg sagte er, er habe seine Entscheidung damals in dem vollen Bewusstsein getroffen, dass man Bedrohungen begegnen müsse, bevor sie Realität würden. Er zeigte sich dankbar für die Unterstützung der deutschen Bundesregierung bei der Hilfe beim Wiederaufbau sowie für den vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder erwirkten Schuldenerlass. "Alle diese Gesten sind bedeutend", sagte Bush.

Er zeigte sich überzeugt, dass der Krieg sich noch als Erfolg herausstellen wird. "Oh ja, das wird absolut ein Erfolg", sagte er. 12 Millionen Menschen, die unter einem brutalen Tyrannen gelebt hätten, gingen nun wählen, ergänzte er.

Drohungen Ahmadinejads ernst nehmen
Bush hat auch an die Staatengemeinschaft appelliert, die Drohungen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad "sehr ernst zu nehmen". "Wenn er sagt, er will Israel zerstören, dann muss die Welt dies sehr ernst nehmen. Das ist eine ernsthafte Bedrohung, die sich gegen einen Verbündeten der USA und Deutschlands richtet."

Mit den Drohungen Teherans müsse sich die Staatengemeinschaft diplomatisch auseinandersetzen. Nur so werde "der nächste, der glaubt, er könne jemanden bedrohen," begreifen, dass er "eine eindrucksvolle Antwort" erhalten werde.

Bush machte zudem deutlich, dass für ihn auch weiterhin ein militärisches Eingreifen eine Option bleibt. "Am liebsten will ich die Sache diplomatisch lösen. Ich denke, wir können es schaffen - aber alle Optionen müssen auf dem Tisch liegen."

(apa/red)

7.5.2006 14:44