US-Vorwürfe gegen Pakistan: Verbündeter sei "sicherer Hafen für feindliche Kräfte"
- Zu wenig Engagement im Kampf gegen Terrorismus
- Bush sieht Deutschland als bedeutenden Partner an
·Pakistan "sicherer Hafen für US-Feinde"
Zu wenig Engagement im Kampf gegen Terrorismus
·Lebenslange Haft für Terrorist Moussaoui
Trotz Schuldbekenntnis kein Todesurteil verhängt
Ein US-Regierungsvertreter wirft Pakistan vor, nicht genug im Kampf gegen den Terrorismus zu tun. Nicht nur der Chef der radikal-moslemischen Organisation Al-Kaida, Osama bin Laden, sondern auch deren Taliban-Verbündete hätten Unterschlupf in Pakistan gefunden, sagte Henry Crumpton, der im US-Außenministerium für die Koordination des Anti-Terror-Kampfes zuständig ist. "Wir müssen den Pakistanern dabei helfen, dagegen anzugehen", sagte er weiter. "Es kann kein sicherer Hafen für feindliche Kräfte bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Teile von Pakistan genau das."
Pakistan gehört im Kampf gegen den Terrorismus zu den engsten Verbündeten der USA. Es hat Hunderte von Al-Kaida-Mitgliedern festgenommen und Hunderte von Soldaten bei Einsätzen gegen radikale Gruppen verloren. Afghanische Regierungsvertreter haben jedoch wiederholt kritisiert, dass sich Aufständische im Nachbarland sammeln und ihre Einsätze von dort aus organisieren könnten. Pakistan hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Vor allem im Süden und Osten Afghanistan hat die Gewalt in den vergangenen Wochen wieder zugenommen. Die Aufständischen versuchen, die ausländischen Truppen mit Bombenanschlägen und Angriffen aus dem Land zu verjagen. In der Region sind derzeit tausende US-Soldaten im Einsatz, die demnächst unter Nato-Kommando gestellt werden sollen.
Bush: Deutschland wichtiger Partner
US-Präsident George W. Bush sieht Deutschland als bedeutenden Partner im Kampf gegen den Terrorismus. "Deutschland spielt im Krieg gegen den Terror eine entscheidende Rolle", sagte Bush der "Bild am Sonntag". Es gebe eine enge Zusammenarbeit zwischen den Nachrichtendiensten und der Polizei. Wichtig sei auch der Wille des Landes. "Wenn sich die Bundeskanzlerin hinstellt und sagt, dass der Krieg gegen den Terror gewonnen werden muss oder wichtig für die Sicherheit unserer Völker ist, dann hören die Menschen auf der ganzen Welt zu."
Bush betonte, dass Deutschland wie zur Amtszeit seines Vaters ein "Partner in einer Führungsrolle" sei. Dies sehe man im Atomkonflikt mit dem Iran, in dem Kanzlerin Angela Merkel stark gewesen sei. "Es ist sehr wichtig, dass die Iraner wissen, dass Deutschland mit anderen zusammenarbeitet, um eine klare Botschaft nach Teheran zu senden. Sie lautet: Das Streben nach einem Nuklearprogramm, nach Atomwaffen wird sie in der Welt isolieren", wurde Bush zitiert. (apa/red)
