Anti-britische Unruhen nach Helikopter-Crash: Mindestens 5 Iraker wurden getötet
- 19 Menschen wurden bei Zusammenstößen verletzt
- Ursache für Hubschrauber-Absturz in Basra unklar

Nach dem Absturz eines britischen Militärhubschraubers in ein Wohngebiet ist es in der südirakischen Stadt Basra zu anti-britischen Unruhen mit mehreren Toten gekommen. Hunderte Iraker führten an der Unfallstelle Freudentänze auf. Britische Soldaten, die zur Unglücksstelle eilten, wurden mit Steinen und Benzinbomben angegriffen, berichtete der britische Militärsprecher Major Sebastian Muntz dem Sender BBC. Mindestens ein Panzer sei in Flammen aufgegangen. Als Reaktion auf die Ausschreitungen wurde über Basra eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.
Wie der Sender unter Berufung auf Angaben der irakischen Polizei weiter berichtete, starben bei den Unruhen mindestens fünf Iraker, darunter zwei Kinder. 19 Iraker sollen bei den Zusammenstößen mit britischen Soldaten verletzt worden sein.
Ursache unklar
Die Ursache für den Absturz des Hubschraubers ist noch unklar. Augenzeugen berichteten, der Hubschrauber sei von einer Rakete getroffen worden und in das Haus im Zentrum Basras gestürzt. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, dass mehrere britische Soldaten bei dem Absturz getötet wurden. In britischen Medien war von vier getöteten Soldaten die Rede. Ob bei dem Absturz auch irakische Zivilisten zu Schaden kamen, ist noch offen.
Jubelnde Menschen an Absturzstelle
Die BBC zeigte Bilder von jubelnden Irakern in der Nähe des brennenden Helikopters, die britische Soldaten attackierten. Soldaten schossen in die Luft, um Steine und Benzinbomben werfende Iraker abzuschrecken. Irakische Polizisten hätten die britischen Soldaten bei der Absperrung des Absturzgebietes und der Eindämmung der Krawalle unterstützt, sagte der Militärsprecher.
Das britische Militär hat rund 8.000 Soldaten im Südirak im Einsatz. Bisher starben seit März 2003 im Irak mehr als 100 britische Soldaten, mehr als zwei Drittel davon nach Ende der Invasion. Beim folgenschwersten Zwischenfall kamen Ende Jänner 2005 zehn britische Militärangehörige ums Leben, als eine Transportmaschine vom Typ Hercules nordwestlich Bagdads abstürzte. Sie war vermutlich von Aufständischen mit einer von der Schulter abgefeuerten Rakete beschossen worden.
Ausgangssperre in Basra
Die Ausgangssperre habe bereits Wirkung gezeigt, meinte Major Sebastian Muntz. "Es wird ruhiger, und die Menschen verschwinden von den Straßen", sagte der Sprecher der britischen Truppen in Basra gegenüber der Nachrichtenagentur PA. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es sich bei den Unruhen um einen Einzelfall gehandelt habe und dass die Briten an ihrem geplanten Abzug aus Basra festhalten könnten.
Keine Ende der Gewalt
Die Gewalt setzte sich auch in anderen Teilen des Irak fort. In Tikrit nördlich Bagdads sprengte sich ein verkleideter Selbstmordattentäter in einer Kaserne in die Luft und riss drei Polizeioffiziere mit in den Tod. Der Attentäter habe sich einen Sprengstoffgürtel umgeschnallt, eine Uniform der irakischen Armee angezogen und sei dann in das Ausbildungslager der Polizei geschlichen, hieß es aus Sicherheitskreisen. (apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien15:04
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
Anders Behring Breivik11:25
Arische Nasen-OP"Wir fanden es ein wenig dekadent", erzählt ein Jugendfreund des Attentäters
