Bankfilialen und Polizeiautos beschädigt: Zusammenstöße bei Anti-Kriegs-Protesten
- Athen: Beamte setzten Tränengas bei Demo ein
- Zwei Demonstranten, ein Polizist. 30 Festnahmen

Am Rande einer Demonstration von Globalisierungsgegnern ist es in Athen zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dabei wurden zwei Demonstranten und ein Polizist verletzt. 30 Personen wurden festgenommen. Während der Protestmarsch von 30.000 Teilnehmern des Europäischen Sozialforums friedlich blieb, griffen etwa 200 Anarchisten Banken, Geschäfte und Polizeifahrzeuge mit Steinen und Brandsätzen an.
Die Beamten setzten Tränengas gegen rund 200 Demonstranten ein, die während einer Protestaktion Bankfilialen und Polizeifahrzeuge beschädigten. Bereits am Freitag war es zu Zusammenstößen zwischen einer Gruppe von 30 Teilnehmern des Sozialforums und der Polizei gekommen.
Die Demonstration richtete sich vor allem gegen den Irak-Krieg und gegen eine Eskalation im Iran-Konflikt. "Wir wollen Jobs, keine Bomben", hieß es auf Transparenten. Der Zug stoppte auch vor der britischen und der amerikanischen Botschaft, wo Plakate mit dem Foto von US-Präsident George W. Bush und der Überschrift "Terrorist Nummer eins" gezeigt wurden.
Friedens- und Sozialappell
Mit der Forderung nach einem sozialen Europa und der Ankündigung von europaweiten Anti-Kriegsdemonstrationen für den Herbst ist das Vierte Europäische Sozialforum zu Ende gegangen. In ihrer Abschlusserklärung begrüßten die Veranstalter die Ablehnung der Europäischen Verfassung in Frankreich und den Niederlanden im vergangenen Jahr und die jüngsten Studentenproteste in Frankreich gegen die Arbeitsrechtreform als "Zeichen der Hoffnung". Die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan wurden verurteilt.
Für Ende September planen die Teilnehmer des Sozialforums Anti-Kriegs-Proteste in europäischen Städten sowie einen Tag für Einwanderer am 7. Oktober. Außerdem wurden bereits Demonstrationen für das G-8-Treffen 2007 angekündigt. Der übernächste Gipfel der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) findet in Heligendamm statt. Die Proteste sind in Rostock geplant.
(apa/red)
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