Für bessere Chancen im späteren Leben: Deutscher will Vater von 1.000 Kindern sein
- Für bessere Ausbildung und Rache am Heimatland
Ein in Paraguay lebender deutscher Frührentner will noch in diesem Jahr die Vaterschaft von insgesamt 1.000 ausländischen Kindern anerkennen, um ihnen bessere Chancen im Leben zu eröffnen. Zugleich wolle er sich am deutschen Staat für eine aus seiner Sicht ungerechtfertigte Haftstrafe rächen, berichtete der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe.
Zu diesem Zweck habe der 56-jährige Jürgen Hass in verschiedenen Ländern ein Netzwerk von Helfern aufgebaut. Rund 300 Kinder aus Paraguay, Rumänien, Ungarn, Moldawien, Russland, der Ukraine und Indien habe er bereits anerkannt, sagte er dem Magazin. Von Deutschen anerkannte Kinder erhalten die deutsche Staatsbürgerschaft und damit auch das Recht auf Sozialleistungen sowie auf Studium oder Ausbildung in Deutschland.
Laut "Spiegel" macht sich der frühere Versicherungskaufmann und FDP-Kommunalpolitiker aus der niederrheinischen Stadt Rees dabei eine Grauzone des Kindschaftsrechtsreformgesetzes von 1998 zu Nutze. Es erlaubt Männern die Anerkennung einer Vaterschaft, wenn die Mutter zustimmt und niemand anderes sich als Vater erklärt. Unterhalt müsse Hass für die Kinder oder ihre Mütter nicht zahlen, weil seine Rente nicht pfändbar sei.
ass habe angegeben, einerseits den Kindern helfen zu wollen, zusätzlich aber einen "persönlichen, privaten Rachefeldzug" gegen den Staat zu führen. Er sei 1987 wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden, obwohl er sich schuldlos fühlte.
(apa/red)
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